Partners Group Aktie: Insider kaufen für 20 Millionen Franken

Partners Group-Aktie bricht ein, da Liquiditätsengpässe in Fonds die Gebühreneinnahmen schmälern. Das Management kauft Millionenanteile.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 35 Prozent seit Jahresbeginn
  • Liquiditätsklemme in zwei großen Fonds
  • Analysten senken Gewinnprognosen deutlich
  • Management investiert über 20 Millionen Franken

Die Aktie der Partners Group stürzt ab. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 35 Prozent an Wert. Der Kurs notiert bei 714,40 Euro und damit gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief. Ein gefundenes Fressen für Leerverkäufer. Die Führungsriege des Vermögensverwalters sieht das völlig anders und greift massiv zu.

Liquiditätsengpass weckt Bären

Der drastische Kursrückgang hat einen konkreten Auslöser. Zwei der größten offenen Fonds des Unternehmens leiden unter einer Liquiditätsklemme. Im 8,6 Milliarden Dollar schweren „Global Value SICAV“ reichten Anleger massenhaft Rücknahmeanträge ein. Diese machten 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts aus. Das ist fast das Doppelte des erlaubten Quartalslimits.

In der Folge bedient Partners Group nur rund 62 Prozent dieser Forderungen. Privatanleger treiben diesen Ausverkauf. Sie machen etwa ein Fünftel des verwalteten Vermögens aus und reagieren nervös auf Marktschwankungen. Für drei weitere Evergreen-Fonds erwartet das Management im zweiten Quartal ebenfalls hohe Abflüsse.

Das Problem für die Aktie ist simpel. Wenn das Unternehmen Auszahlungen drosselt, sinken die Gebühreneinnahmen. Der Markt bewertet Partners Group aktuell nach diesem schrumpfenden Ertragsstrom. Der eigentlich stabile Wert des Portfolios tritt in den Hintergrund.

Analysten streichen Prognosen zusammen

Dieser Druck auf die Gebühren ruft die Analysten auf den Plan. Sie kürzten ihre Gewinnschätzungen für die kommenden zwei Jahre um bis zu 22 Prozent. Entsprechend purzeln die Kursziele. Die Bank of America senkte ihr Ziel auf 850 Schweizer Franken. Jefferies sieht den fairen Wert gar bei 760 Franken.

Oddo BHF strich parallel dazu die Kaufempfehlung. Die Experten riefen ein neues Ziel von 920 Franken aus. Die Schätzungen der Banken gehen weit auseinander. Das unterstreicht die enorme Unsicherheit im Markt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) der Aktie fiel zuletzt auf 23,9. Das Papier gilt damit als massiv überverkauft.

Die Millionen-Wette der Insider

Gegen diese trübe Stimmung stemmt sich das eigene Management. Unternehmensinsider kauften in den vergangenen Monaten Aktien für mehr als 20 Millionen Franken. Allein über zwei Tage erwarben drei Direktoren Papiere für rund 2,2 Millionen Franken.

Mitgründer Fredy Gantner nennt den Kursrutsch eine massive Überreaktion des Marktes. Er räumte jedoch ein, dass Partners Group proaktiver kommunizieren müsse. Das Management hält indes an den mittelfristigen Zielen fest. Für 2026 erwartet der Vorstand weiterhin Brutto-Neugeldzuflüsse zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar.

Am 15. Juli legt Partners Group die verwalteten Vermögen per Ende Juni offen. Dieser Termin liefert den ersten harten Beweis für das Ausmaß der Rücknahmewelle. Nur wenn institutionelle Zuflüsse den Exodus der Privatanleger messbar ausgleichen, kann der Vorstand die Bären zurückdrängen.

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