Partners Group Aktie: Jefferies senkt Kursziel um 15 Prozent

Partners Group plant neue Fondsformate und erweitert Private Credit; Jefferies senkt Kursziel und Gewinnprognosen.

Die Kernpunkte:
  • Global Value SICAV soll Fondsstruktur ändern
  • Private-Credit-Fonds für mehrere Anlegergruppen geplant
  • Anteilseigner stimmen Portfolioverkauf zu
  • Jefferies reduziert Kursziel und Gewinnschätzungen

Die Neuausrichtung von Produktstrukturen steht im Mittelpunkt der geschäftlichen Entwicklung bei Partners Group. Der Schweizer Verwalter alternativer Vermögenswerte reagiert mit modifizierten Fondsformaten auf die verhaltene Nachfrage und die Zurückhaltung der Investoren.

An den Finanzmärkten spiegelt sich dieser Trend in deutlichen Bewertungsabschlägen wider. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 640,80 Euro; seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 40 Prozent.

Umbau der Evergreen-Strategien und Vorstoß im Kreditmarkt

Vor gut einer Woche, seither minus 1,0 Prozent, legte Partners Group Pläne für den Global Value SICAV vor. Das Anlagevehikel mit einem Nettovermögenswert von 6,6 Milliarden Euro soll künftig als Umbrella-Fonds geführt werden. Geplant sind zwei separate Teilportfolios, um den Anlegern wahlweise langfristigen Wertzuwachs oder regelmäßige Ausschüttungen zu ermöglichen. Die Umstellung setzt die Zustimmung der Anteilseigner voraus.

Zugleich setzt das Haus auf den Ausbau des Segments für Privatanleihen. Mit einer globalen Multi-Sektor-Strategie erschließt der Vermögensverwalter das Geschäftsfeld Private Credit über einen offenen Evergreen-Fonds für institutionelle Kunden und vermögende Privatanleger. Als Renditekorridor strebt das Management jährliche Erträge im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich an.

Inhaltlich setzt sich das Kreditportfolio aus mehreren Komponenten zusammen. Vorgesehen sind Direktkredite, Credit Secondaries, Fondsfinanzierungen, Lizenzgebühren sowie opportunistische und liquide Kreditformen. Durch diese Aufteilung will die Gesellschaft unterschiedliche Ertragsquellen bündeln.

Portfolioabwicklung in London und Druck auf die Gewinnschätzungen

Dass die Transformation bestehender Strukturen Herausforderungen mit sich bringt, zeigt sich bei der separat börsennotierten Partners Group Private Equity Limited.

Bei dem britischen Investment Trust stimmten die Anteilseigner mit 99,89 Prozent für die vollständige Veräußerung des Portfolios im Umfang von 771 Millionen Euro. Eine erste Kapitalrückzahlung ist ab März 2027 vorgesehen, nachdem ein zuvor erwogener Umstrukturierungsplan keine Mehrheit gefunden hatte.

Vor gut einer Woche, seither minus 1,0 Prozent, passte auch Jefferies die Erwartungen an die Partners Group Holding AG an. Das Analysehaus senkte das Kursziel von 710 auf 605 Schweizer Franken und beließ die Einstufung auf „Hold“.

Als Begründung verwiesen die Analysten auf Rückgabeanträge bei Evergreen-Fonds sowie eine verzögerte Erholung der verwalteten Vermögenswerte. Vor diesem Hintergrund reduzierte das Institut die Schätzungen für den Gewinn je Aktie in den beiden kommenden Geschäftsjahren um 10 beziehungsweise 11 Prozent.

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