Partners Group Aktie: Jetzt folgt die Liquidation?

74,12 Prozent der ausgegebenen Papiere wurden für Realisationsaktien angemeldet; über die Portfolioauflösung wird noch abgestimmt.

Die Kernpunkte:
  • Votum übertraf die 40-Prozent-Schwelle
  • Umstrukturierung wird nicht weiterverfolgt
  • Portfolioauflösung steht zur Abstimmung
  • Partners-Group-Aktie verlor seit Jahresbeginn 39 Prozent

Ein von Partners Group verwalteter börsennotierter Investment Trust steht vor dem Aus. Nachdem die Aktionäre von Partners Group Private Equity Limited ein klares Votum abgegeben haben, wird die ursprünglich geplante Umstrukturierung nicht weiterverfolgt. Stattdessen wird den Anteilseignern nun die geordnete Abwicklung des gesamten Portfolios vorgeschlagen.

Gestern wurde das Ergebnis der Anteilseignerwahl bekannt: Insgesamt 74,12 Prozent der ausgegebenen Papiere, entsprechend 48.829.366 Aktien, wurden für die Umwandlung in Realisationsaktien angemeldet. Damit überschritt das Votum die maßgebliche Schwelle von 40 Prozent deutlich. Die geplante Neuaufstellung des Londoner Vehikels ist damit hinfällig.

Außerordentliche Versammlung entscheidet über Liquidation

Für den morgigen Mittwoch ist eine außerordentliche Generalversammlung um 11:00 Uhr Londoner Zeit angesetzt. Bei diesem Treffen steht ausschließlich die geordnete Abwicklung des Portfolios zur formellen Abstimmung. Das Verfahren betrifft direkt den an der Londoner Börse notierten Investment Trust und nicht die Partners Group Holding selbst.

Wie Bloomberg berichtete, begründete ein Sprecher von Partners Group die anstehende Auflösung mit strukturellen Herausforderungen börsennotierter Fondsformate. In dem Portfolio des Trusts hatten zuvor mehrere Engagements für Belastungen gesorgt. Dazu gehörten Wertberichtigungen auf die Beteiligungen Emeria und Ammega sowie eine vollständige Abschreibung der Position am Pharmaunternehmen Pharmathen.

Anhaltender Gegenwind für den Vermögensverwalter

Die Entwicklungen reihen sich in eine Phase operativer Reibungen bei spezialisierten Anlagevehikeln ein. Bereits vor über einem Monat senkte die UBS ihr Kursziel für Partners Group.

Zudem hatte das Analysehaus Jefferies am 29. September sein Kursziel von 710 CHF auf 605 CHF herabgesetzt und die Einstufung „Hold“ bestätigt. Die Analysten verwiesen dabei auf Verzögerungen bei der Erholung der verwalteten Vermögen sowie auf Schwierigkeiten im Bereich der Evergreen-Strukturen.

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage in einer schwachen Entwicklung wider. Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 652,00 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie damit auf 39 Prozent. Das morgige Votum der Anteilseigner über das Londoner Portfolio dürfte nun Klarheit über den Zeitplan des Rückzugs schaffen.

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