Partners Group Aktie: Klage gegen Grizzly Research

Schweizer Vermögensverwalter reicht Klage gegen Grizzly Research wegen angeblicher Falschinformationen ein und wehrt sich gegen Wirecard-Vergleiche.

Die Kernpunkte:
  • Rechtliche Schritte gegen Grizzly Research
  • Vorwürfe als verleumderisch zurückgewiesen
  • Aktie fällt nach Dividendenabschlag
  • Zahlen zu verwalteten Vermögen im Juli

Ein US-Leerverkäufer vergleicht Partners Group mit Wirecard. Das lässt sich der Schweizer Vermögensverwalter nicht bieten. Jetzt zieht das Unternehmen vor Gericht.

Verwaltungsratspräsident Steffen Meister kündigte rechtliche Schritte gegen Grizzly Research an. Die US-Firma hatte Ende April einen Bericht veröffentlicht. Darin warf sie Partners Group erhebliche Ungereimtheiten bei der Bewertung von Software-Beteiligungen vor. Der Vorwurf: Die Situation sei „schlimmer als Wirecard“. Partners Group wies die Anschuldigungen als „verleumderisch und irreführend“ zurück.

Unternehmen korrigiert Fehler

Der Shortseller behauptete unter anderem, eine Beteiligung namens Zenith Longitude Limited habe keine realen Geschäfte. Tatsächlich handelt es sich um die Holding des Logistikers Apex Logistics – eine Mehrheitsbeteiligung von Partners Group.

Weitere Korrekturen des Unternehmens:

  • Die Evergreen-Plattform trägt 34 Prozent zum Gesamtumsatz bei, nicht „nahezu die Hälfte“.
  • Das Software-Engagement liegt bei 9,9 Prozent, unter dem Branchendurchschnitt.
  • Das kritisierte Teilprogramm repräsentiert einen Nettoinventarwert von 279 Millionen US-Dollar. Das sind 0,2 Prozent des verwalteten Vermögens von über 185 Milliarden.

Kein Wunder, dass das Management den Gang vor Gericht wählt. Aus Sicht von Partners Group haben Grizzly Research und verbündete Akteure gezielt Falschinformationen gestreut. Das Ziel: mit Leerverkäufen vom Kurssturz profitieren.

Kurs unter Druck

Trotz der Gegenoffensive gab die Aktie am Freitag nach. Sie fiel um 5,6 Prozent auf 936,40 Euro. Grund ist der Dividendenabschlag von 46,00 CHF je Anteilsschein.

Unabhängig davon steckt das Papier im Abwärtstrend. Es notiert unter der 200-Tage-Linie und liegt rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro. Der RSI von 58,4 signalisiert weder Überkauft noch Überverkauft. Die Klageankündigung könnte das Vertrauen stabilisieren.

Der juristische Streit dürfte die kommenden Monate prägen. Neue operative Impulse erwarten Analysten am 15. Juli. Dann veröffentlicht Partners Group die Zahlen zu den verwalteten Vermögen per Ende Juni. Das langfristige Ziel bleibt: 450 Milliarden US-Dollar bis 2033.

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