Partners Group Aktie: Layton scheidet aus, Cagnati und Jenkner werden Co-CEOs

Partners Group steigert Europas Direct-Lending-Aktivität, prüft ein 800-Millionen-Euro-Vehikel und erwartet 2026 geringere Performanceerträge.

Die Kernpunkte:
  • 23 europäische Direct-Lending-Transaktionen
  • Nahezu zwei Milliarden Euro eingesetzt
  • 800-Millionen-Euro-Vehikel wird geprüft
  • Performanceerträge 2026 bei 20 bis 25 Prozent

Die strategische Ausrichtung von Partners Group konzentriert sich im laufenden Jahr verstärkt auf das Segment Direct Lending. Der Schweizer Vermögensverwalter treibt die Kreditvergabe an den europäischen Mittelstand voran, um das Geschäft über verlässliche Zinserträge zu stabilisieren.

An der Börse bleibt das Umfeld jedoch anspruchsvoll. Der Schlusskurs lag gestern bei 663,80 Euro. Damit summieren sich die Kursverluste seit Jahresanfang auf 37 Prozent.

Wie dynamisch dieser Geschäftsbereich wächst, unterstreicht die Transaktionsaktivität in Europa. Im Auftrag seiner Kunden stellte Partners Group ein Senior-Finanzierungspaket von über 300 Millionen Euro für MDT technologies bereit. Damit unterstützt das Unternehmen die Mehrheitsübernahme durch BU Bregal Unternehmerkapital von IK Partners.

Im laufenden Jahr markierte dies bereits die 23. Transaktion der europäischen Direct-Lending-Strategie, bei einem Gesamtdeployment von nahezu 2 Milliarden Euro.

Direct Lending gewinnt für private Kapitalmanager an Bedeutung, da sich traditionelle Banken bei der Akquisitionsfinanzierung zurückhaltender zeigen. Für die Gesellschaft dient die Ausweitung dieser Aktivitäten dazu, institutionellen Kunden planbare Erträge bereitzustellen. Zugleich vertieft die Gruppe damit ihre Verbindungen zu etablierten europäischen Beteiligungshäusern.

Anpassungen bei Kreditstrukturen und Plattformen

Um bestehende Engagements flexibler zu steuern, prüft Partners Group Bloomberg zufolge die Einrichtung eines Fortführungsvehikels über rund 800 Millionen Euro für Kredite aus fünf eigenen Private-Credit-Fonds.

Anleger sollen die Wahl erhalten, ihre Positionen in das neue Konstrukt zu übertragen oder auszusteigen. Vor rund zwei Wochen, seither verlor der Titel 4,5 Prozent, eröffnete Partners Group zudem ein Büro in Stockholm. Geleitet wird der Standort von Carina Spitzkopf, Head of Direct Lending DACH & Nordics.

Die neue Präsenz in Skandinavien soll das Netzwerk in Nordeuropa vertiefen und den Zugang zu lokalen Unternehmen sichern. Der Aufbau lokaler Teams zeigt, dass die Gesellschaft ihre europäische Plattform ungeachtet der Marktlage weiter ausbaut.

Transformation an der Spitze und Renditedruck

Parallel zu den operativen Schritten befindet sich das Unternehmen in einer personellen Übergangsphase. Vor gut drei Wochen, seither büßte die Aktie 8,1 Prozent ein, kündigte Partners Group einen Führungswechsel an.

David Layton scheidet zum 1. Januar 2027 aus dem Executive Team aus und übernimmt die Rollen als Chief Investment Officer sowie Chairman des Global Investment Committee. Roberto Cagnati und Juri Jenkner werden die Gruppe künftig als Co-CEOs leiten.

Ebenfalls vor gut drei Wochen, seither sanken die Notierungen um 7,9 Prozent, legte das Management Halbjahreszahlen vor. Das verwaltete Vermögen belief sich zum 30. Juni auf 186 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen eine erwartete Bruttoneukundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig dämpfte das Management jedoch die Erwartungen an die erfolgsabhängigen Einnahmen. Partners Group rechnet im Gesamtjahr 2026 mit Performanceerträgen von rund 20 bis 25 Prozent des Gesamtumsatzes.

Die langfristige Zielspanne liegt bei 25 bis 40 Prozent. Dieser anhaltende Margendruck erklärt, warum sich das Papier bisher nur mühsam stabilisiert und mit 646,00 Euro in unmittelbarer Reichweite des 52-Wochen-Tiefs notiert.

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