Partners Group Aktie: Parmaco-Verkauf im Gespräch?
Der Vermögensverwalter plant eine Aufteilung seines 6,6-Milliarden-Euro-Fonds und lotet den Verkauf von Parmaco aus.

- Global Value SICAV soll zweigeteilt werden
- Parmaco-Verkauf wird mit Bank of America geprüft
- Jefferies senkte Kursziel auf 605 CHF
- Rückkauf von 12.126 eigenen Aktien
Partners Group sieht sich mit Anpassungen im Beteiligungsbestand und einem veränderten Marktumfeld konfrontiert. An der Börse verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang einen Rückgang um 39 Prozent.
Am Freitag erholte sich der Titel leicht und ging mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent bei 647,40 Euro aus dem Handel. Die Zurückhaltung der Investoren spiegelt das anspruchsvolle Branchenumfeld wider, auf das das Management mit strukturellen Eingriffen und selektiven Verkäufen reagiert.
Die jüngsten Schritte verdeutlichen den Kurs, mit dem der Vermögensverwalter das Portfolio zukunftsfähig aufstellen will. Während neue Transaktionen und Umstrukturierungen vorangetrieben werden, rückt die Liquiditätssteuerung für Investoren stärker in den Fokus. Das Management versucht, Flexibilität zu wahren und zugleich Kapital für künftige Vorhaben freizusetzen.
Umstrukturierung des Evergreen-Fonds
Ein wesentlicher Baustein dieser Ausrichtung betrifft den Evergreen-Fonds Global Value SICAV. Das Anlagevehikel mit einem Nettoinventarwert von 6,6 Milliarden Euro soll unter einem gemeinsamen Dachfonds in zwei Teilportfolios aufgeteilt werden.
Geplant ist eine Trennung in ein thesaurierendes Portfolio für langfristigen Wertzuwachs sowie ein separates ausschüttendes Portfolio. Dieser Schritt soll den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden nach regelmäßigen Erträgen oder kontinuierlicher Reinvestition gerecht werden.
Exit-Optionen und Erweiterung des Portfolios
Parallel dazu lotet die Gesellschaft Möglichkeiten für Desinvestitionen aus. Laut Bloomberg prüft Partners Group in Zusammenarbeit mit der Bank of America einen Verkauf des finnischen Modulbauers Parmaco. Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium, wobei eine Transaktion Parmaco mit rund 1,5 Milliarden Euro bewerten könnte.
Zuvor setzte der Konzern bereits Akzente bei neuen Projekten. Vor gut drei Wochen erfolgte der Ausbau der Direct-Lending-Aktivitäten. Zudem standen vor rund zwei Wochen der Erwerb von Studentenwohnanlagen sowie eine Beteiligung an der Sport-Talentagentur SEG an.
Diese Reihe von Aktivitäten unterstreicht, dass Partners Group trotz eines selektiven Vorgehens bei Verkäufen weiterhin gezielt in Wachstumssegmente investiert.
Vorsichtigere Analysten und laufende Rückkäufe
Trotz der operativen Weichenstellungen blicken Marktbeobachter zurückhaltender auf die künftige Ertragsentwicklung. Medienberichten zufolge senkte das Analysehaus Jefferies am 29. September das Kursziel für Partners Group auf 605 CHF nach zuvor 710 CHF. Die Einstufung beließen die Experten auf «Hold». Zudem wurden die Schätzungen für den Gewinn je Aktie für die beiden kommenden Jahre jeweils um rund ein Zehntel gekürzt.
Auf der anderen Seite laufen eigene Kapitalmaßnahmen weiter. Partners Group Private Equity Limited erwarb am 29. September 12.126 eigene Aktien im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms. Mit diesen Zukäufen nutzt die Gruppe das ermäßigte Kursniveau, während sie die Neuausrichtung ihrer Portfolios vorantreibt.
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