Partners Group Aktie: UBS kappt Kursziel auf 705 Franken

Analysten uneins über Partners Group: UBS senkt Kursziel drastisch, während ZKB großes Aufwärtspotenzial sieht. Aktie erholt sich nach Kursrutsch.

Die Kernpunkte:
  • UBS stuft Aktie auf Neutral herab
  • ZKB sieht fairen Wert bei 1050 Franken
  • Aktie verliert zeitweise fast acht Prozent
  • Erholung am Folgetag mit Plus von 1,56%

Zwei Banken, zwei komplett gegensätzliche Meinungen zu einer Aktie. Die UBS senkt ihr Kursziel für Partners Group drastisch. Die Zürcher Kantonalbank sieht dagegen ein Gewinnpotenzial von 60 Prozent. Dazwischen: eine Aktie, die binnen 24 Stunden fast 8 Prozent verliert und dann wieder zulegt.

UBS-Herabstufung löst Ausverkauf aus

Am Donnerstag senkt die UBS ihr Rating für Partners Group von „Buy“ auf „Neutral“. Das Kursziel kappt die Grossbank von 1175 auf 705 Franken. Ein herber Schnitt.

Der zuständige Analyst begründet die Herabstufung mit mehreren Faktoren. Wichtige Kurstreiber seien nur schwer absehbar. Die Gewinnschätzungen stünden unter Druck. Bei reiferen Evergreen-Fonds könnten zudem weitere Rücknahmebeschränkungen nötig werden.

Die Börse reagiert prompt. Die Aktie verliert am Donnerstagvormittag im Schweizer Handel zeitweise 7,9 Prozent und fällt auf 662 Franken.

Zürcher Kantonalbank widerspricht deutlich

Während die UBS vorsichtiger wird, hält die Zürcher Kantonalbank an ihrer positiven Einschätzung fest. Sie beziffert den fairen Wert je Aktie seit Anfang Juli auf 1050 Franken. Das entspricht einem Gewinnpotenzial von rund 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Die ZKB bestätigt ihr Rating „Übergewichten“.

Die Begründung: Die Bewertung sei trotz robuster Gewinne und wachsendem verwaltetem Vermögen auf krisenähnliche Niveaus gefallen. Die Aktie werde mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 7 Prozent gehandelt. Das impliziere ein Nullwachstum beim verwalteten Vermögen und ein erhebliches Risiko einer Dividendenkürzung. Genau das hält der zuständige Analyst für unrealistisch.

Erholung setzt sich fort

Bereits am Freitag dreht die Stimmung. Die Aktie zählt zu den Tagesgewinnern und schließt bei 743,20 Euro, ein Plus von 1,56 Prozent. Auf Wochensicht bleibt sie mit minus 0,16 Prozent nahezu unverändert – die Turbulenzen der Wochenmitte sind damit fast ausgeglichen.

Der Kontext für die Nervosität bleibt bestehen: das laufende Ringen um Vertrauen bei den Evergreen-Fonds des Unternehmens. In den vergangenen Monaten kam es dort wiederholt zu Rücknahmebeschränkungen. Dabei hatte Partners Group erst wenige Tage zuvor solide Halbjahreszahlen vorgelegt.

Im ersten Halbjahr 2026 erhielt das Unternehmen 16 Milliarden US-Dollar an neuen Kundengeldern. Die verwalteten Vermögen stiegen damit auf 186 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 174 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Trotz der Erholung am Freitag zeigt das Chartbild noch Bremsspuren. Die Aktie notiert 8,93 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und satte 24 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 45,8 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage.

Die Divergenz zwischen UBS und ZKB zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Risiken bei Partners Group derzeit einschätzt. Auf der einen Seite steht die Sorge vor anhaltenden Mittelabflüssen aus den Evergreen-Strukturen. Auf der anderen Seite die Einschätzung, die jüngste Kursreaktion sei aus Bewertungssicht überzogen.

Für die kommenden Wochen zählt vor allem eines: ob sich die Nettomittelzuflüsse in der zweiten Jahreshälfte stabilisieren. Ebenso entscheidend wird sein, wie sich weitere angekündigte Rücknahmebeschränkungen bei anderen Fondsvehikeln auf das Anlegervertrauen auswirken.

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