Partners Group Aktie: UBS senkt Kursziel auf 705 Franken

Partners Group verzeichnet starkes Neugeschäft, leidet aber unter rückläufigen Performance-Erträgen und Mittelabflüssen aus Evergreen-Fonds.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalzusagen steigen auf 16 Milliarden USD
  • Performance-Erträge fallen unter Zielkorridor
  • Evergreen-Fonds mit Nettoabflüssen von 3,8 Milliarden
  • UBS stuft Aktie herab und senkt Kursziel

Partners Group meldete für das erste Halbjahr 2026 Kapitalzusagen von 16 Mrd. USD und übertraf damit den Vorjahreswert von 12 Mrd. USD deutlich. Gleichzeitig warnte das Unternehmen, dass die Performance-Erträge auf unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes fallen dürften – klar unterhalb des eigentlich angepeilten Zielkorridors. Verzögerte Exits und schwächere Portfolio-Bewertungen belasten diesen für die Marge zentralen Ertragsbaustein.

Die Diskrepanz zwischen Wachstum beim Neugeschäft und schwindender Ertragsqualität prägt seither die Wahrnehmung des Titels an der Börse. Die Aktie schloss gestern bei 730,60 Euro und notiert seit Jahresbeginn 31,14 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch vom 8. August 2025 klafft eine Lücke von 39,79 Prozent – ein Ausmaß, das die Schwere der Neubewertung unterstreicht.

Verwaltetes Vermögen wächst, Evergreen-Fonds bluten

Zum Stichtag 30. Juni 2026 stieg das verwaltete Gesamtvermögen auf 186 Mrd. USD, nach 174 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Der Zuwachs täuscht jedoch über eine strukturelle Schwachstelle hinweg: Die semi-liquiden „Evergreen“-Fonds verzeichneten im ersten Halbjahr Netto-Abflüsse von 3,8 Mrd. USD. Diese Produktlinie war erst Anfang Juni in die Schlagzeilen geraten, als Partners Group Rücknahmen beim 8,6 Mrd. USD schweren „Global Value SICAV“-Fonds auf 5 Prozent pro Quartal begrenzte, nachdem Rücknahmeanträge 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts erreicht hatten. Der damalige Kurssturz von 16 Prozent an einem einzigen Handelstag markiert bis heute den Auslöser der aktuellen Vertrauenskrise.

CEO David Layton bestätigte am 16. Juli auf einer Investorenkonferenz die Fundraising-Prognose für das Gesamtjahr von 26 bis 32 Mrd. USD, räumte aber ein, dass 20 Prozent des Geschäftsportfolios derzeit Nachholbedarf hätten. Operativ bleibt das Unternehmen dennoch aktiv: Am 20. Juli schloss Partners Group das vierte direkte Infrastrukturprogramm bei über 15 Mrd. USD ab, gestern folgte der Abschluss des Programms „Infrastructure Secondaries“ mit Zusagen von mehr als 5,5 Mrd. USD, wovon nach Unternehmensangaben über 70 Prozent von Neukunden stammen. Auch die im Jahr 2024 gestartete Royalty-Strategie, die unter anderem Lizenzrechte an der TV-Serie „South Park“ hält, wuchs im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf ein verwaltetes Vermögen von 1,5 Mrd. USD.

UBS senkt Kursziel deutlich, Insiderkäufe pausieren

Am Mittwoch stufte UBS die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken. Als Begründung nannte die Großbank ein negatives Gewinnmomentum sowie Risiken in den Evergreen-Fondsstrukturen. Die Herabstufung fiel in eine Phase, in der auch das Verhalten der eigenen Führungsriege unter Beobachtung steht: Mitglieder der Geschäftsleitung hatten zwischen April 2025 und Juli 2026 Aktien im Gesamtwert von fast 12 Mio. CHF erworben, meldeten nach den enttäuschenden Juli-Zahlen jedoch vorerst keine weiteren Käufe. Diese Zurückhaltung dürfte Anleger als Signal werten, dass auch das Management den kurzfristigen Ausblick vorsichtig einschätzt.

Auf der operativen Seite investierte Partners Group Anfang Juli im Kundenauftrag 260 Mio. GBP in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge und erwarb Ende Juni eine Beteiligung am globalen Luftfahrt-Leasingportfolio der Avenue Capital Group. Solche Sachwertinvestitionen zeigen, dass das operative Geschäft trotz der Ertragsdelle weiterläuft.

Blick auf die Halbjahreszahlen

Für den 1. September ist die Veröffentlichung der detaillierten Halbjahresergebnisse mit Gewinnausweis angesetzt. Der Termin dürfte zeigen, ob sich die Schwäche bei den Performance-Erträgen fortsetzt oder ob die jüngsten Programmabschlüsse bereits gegensteuern. Charttechnisch notiert die Aktie mit einem RSI von 45,1 in neutralem Terrain, während der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 771,42 Euro mit 5,29 Prozent auf anhaltenden kurzfristigen Abwärtsdruck hindeutet.

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