Partners Group Aktie: Żabka-Exit am 31. Juli

Partners Group treibt milliardenschwere Übernahmen voran und meldet Rekord-Kapitalzusagen, warnt jedoch vor schwächeren Performance-Erträgen im ersten Halbjahr 2026.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Milliarden-Übernahmen angekündigt
  • Rekord-Kapitalzusagen von 16 Milliarden Dollar
  • Ertragswarnung wegen verzögerter Exits
  • Aktie erholt sich trotz Abstand zum Hoch

Partners Group zeigt sich in dieser Woche in Hochform – zumindest auf der Dealseite. Der Schweizer Vermögensverwalter hat binnen wenigen Tagen zwei milliardenschwere Übernahmen angekündigt, einen prominenten Exit vollzogen und mehrere Fondsschließungen im zweistelligen Milliardenbereich vermeldet. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor einer vorübergehenden Schwäche bei den Performance-Erträgen. Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: operative Dynamik auf der einen, ein belastender Ertragsfaktor auf der anderen Seite.

Doppelschlag im Übernahmegeschäft

Gestern bestätigte Partners Group den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am britischen Rechenzentrum-Stromversorger AVK Power Solutions. Die Eigenkapitalzusage liegt bei über 1 Milliarde US-Dollar. Parallel dazu gab das Unternehmen exklusive Verhandlungen mit Eurazeo über den Kauf der französischen Beauty-Marke Aroma-Zone bekannt, laut dpa-AFX mit einem geschätzten Volumen von rund 2 Milliarden Euro. Beide Vorhaben zeigen, wie breit Partners Group derzeit investiert – von digitaler Infrastruktur bis Konsumgütermarken.

Auch im Portfolio selbst tut sich etwas: Am Montag meldete das Softwareunternehmen Unit4 den erfolgreichen Abschluss einer Refinanzierung seiner bestehenden Kreditfazilitäten. Beim Portfoliounternehmen Foundation Risk Partners gelang zudem eine Steigerung der EBITDA-Marge um 120 Basispunkte durch den Einsatz von KI-Lösungen – ein Beleg dafür, dass operative Verbesserungen in den Beteiligungen weiter Wirkung zeigen.

Erfolgreicher Exit bei Żabka

Auf der Verkaufsseite verbuchte Partners Group am 31. Juli einen der größten Exits des laufenden Jahres: Der kanadische Konzern Alimentation Couche-Tard erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an der polnischen Żabka Group, die zuvor im Portfolio von Partners Group lag. Solche Exits sind für das Geschäftsmodell zentral, weil sie realisierte Gewinne generieren – ein Punkt, der angesichts der aktuellen Ertragslage besonderes Gewicht bekommt.

Rekord-Kapitalzusagen trotz Ertragswarnung

Am 15. Juli hatte Partners Group im Business Update zum 30. Juni einen Anstieg der verwalteten Vermögen auf 186 Milliarden US-Dollar gemeldet, nach 174 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Im ersten Halbjahr kamen Rekord-Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar zusammen, die Guidance für das Brutto-Neugeschäft 2026 von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar wurde bestätigt. Auch bei den Fondsschließungen lief es rund: Am 23. Juli schloss das Programm „Infrastructure Secondaries“ mit Kapitalzusagen von über 5,5 Milliarden US-Dollar, wobei mehr als 70 Prozent von Neukunden stammten. Bereits am 20. Juli war das vierte direkte Infrastrukturprogramm „Direct Infrastructure IV“ mit einem Gesamtvolumen von über 15 Milliarden US-Dollar erfolgreich geschlossen worden.

Dem stellte das Unternehmen im selben Update eine Warnung entgegen: Die Performance-Erträge dürften im ersten Halbjahr 2026 unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes liegen, gegenüber einem eigentlichen Zielkorridor von 25 bis 40 Prozent. Als Grund nannte Partners Group verzögerte Exits im aktuellen Marktumfeld. Der jetzt vollzogene Żabka-Exit dürfte hier zumindest teilweise gegensteuern.

Kurs erholt sich, Rekordhoch bleibt fern

An der Börse hat sich die Partners-Group-Aktie zuletzt stabilisiert. Das Papier notiert aktuell bei 777,00 Euro und legt am heutigen Freitag um 0,78 Prozent zu. Über die vergangenen sieben Handelstage hat die Aktie um 7,41 Prozent zugelegt – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Dealaktivität am Markt positiv aufgenommen wird. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.240,00 Euro, das am 2. September markiert wurde, bleibt der Titel mit einem Abstand von 37,34 Prozent jedoch weit entfernt.

Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 1. September, wenn Partners Group den vollständigen Zwischenbericht samt Finanzergebnissen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, wie stark die schwächeren Performance-Erträge das Gesamtbild tatsächlich belastet haben – und ob die aktuelle Deal-Offensive bereits erste Spuren in den Zahlen hinterlässt.

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