Partners Group Aktie: Żabka-Exit weckt Hoffnung auf Wende

Partners Group und CVC veräußern ihre Żabka-Mehrheit an Couche-Tard für 8,6 Mrd. USD. Der Exit könnte die Zweifel an der Ertragsqualität des Schweizer Investors zerstreuen.

Die Kernpunkte:
  • Żabka-Verkauf erzielt 8,6 Milliarden Dollar
  • Aktie reagiert mit Kursplus von 3,46 Prozent
  • Fundraising erreicht Rekordwert von 16 Milliarden
  • UBS senkt Kursziel auf 705 Franken

Ausgangslage: Ein Exit als Signal

Partners Group und der Finanzinvestor CVC Capital Partners trennen sich von ihrer gemeinsamen Mehrheitsbeteiligung von rund 57 Prozent am polnischen Einzelhändler Żabka Group. Käufer ist der kanadische Konzern Alimentation Couche-Tard, das Übernahmeangebot bewertet Żabka mit rund 8,6 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 32,00 Złoty je Aktie, wie Partners Group und Reuters am Montag meldeten. Der Markt reagierte prompt: Die Aktie legte gestern um 3,46 Prozent zu.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Anleger fragen seit Monaten, ob der Schweizer Private-Markets-Spezialist überhaupt noch in der Lage ist, Beteiligungen zu attraktiven Bewertungen zu verkaufen. Genau diese Zweifel hatten zuletzt die Kursentwicklung belastet, nachdem das Unternehmen für das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang der Performance-Erträge sowie Netto-Mittelabflüsse aus seinen semi-liquiden Evergreen-Fondsstrukturen eingeräumt hatte. Der Żabka-Deal liefert nun den ersten konkreten Gegenbeweis seit Monaten.

Die entscheidende Frage: Reicht ein Exit für die Wende?

Im Zentrum steht eine einzige Kennzahl: der Anteil der Performance-Erträge am Gesamtumsatz. Für das erste Halbjahr 2026 hatte Partners Group gewarnt, dieser Anteil werde wegen verzögerter Exits unter 20 Prozent fallen – deutlich unter dem eigenen Zielkorridor von 25 bis 40 Prozent. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für dieselbe Periode Netto-Abflüsse von 3,8 Milliarden US-Dollar aus den Evergreen-Strukturen. Ob der Żabka-Exit den Auftakt einer Serie realisierter Gewinne markiert oder ein Einzelfall bleibt, entscheidet darüber, ob sich die Ertragsqualität im zweiten Halbjahr tatsächlich verbessert. Der vollständige Zwischenbericht am 1. September wird die erste verlässliche Antwort liefern.

Bullisches Szenario: Fundraising-Maschine läuft an

Für Optimisten spricht mehr als nur der Einzeldeal. Erst kürzlich schloss Partners Group sein „Infrastructure Secondaries“-Programm mit einem Volumen von über 5,5 Milliarden US-Dollar final ab, kurz darauf folgte der finale Abschluss des vierten direkten Infrastrukturfonds mit Kapitalzusagen von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Für das erste Halbjahr 2026 meldete das Unternehmen zudem Rekord-Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum, bei einem verwalteten Vermögen von 186 Milliarden US-Dollar zum 30. Juni. CEO David Layton bekräftigte auf einer Investorenkonferenz die Fundraising-Guidance für das Gesamtjahr von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar, wie Bloomberg berichtete.

Auch auf operativer Ebene liefert das Portfolio Argumente: Beim Versicherungsvermittler Foundation Risk Partners hob ein gemeinsam mit dem Portfoliounternehmen Version 1 umgesetztes KI-Transformationsprogramm die EBITDA-Marge um 120 Basispunkte und damit rund 10 Millionen US-Dollar. Der ebenfalls von Partners Group unterstützte Softwareanbieter Unit4 schloss zudem eine Refinanzierung seiner bestehenden Kreditfazilitäten erfolgreich ab, wie die Kanzlei Kirkland & Ellis mitteilte. Beides zeigt: Die operative Wertschöpfung im Portfolio läuft weiter, auch wenn die Exit-Erträge zeitweise stocken.

Bärisches Szenario: Zweifel an der Ertragsqualität bleiben

Die Gegenseite verweist auf denselben Bericht, aus dem die guten Nachrichten stammen. Layton räumte auf derselben Konferenz ein, dass rund 20 Prozent des Portfolios operativen Nachholbedarf aufweisen – ein offenes Eingeständnis, dass nicht alle Beteiligungen planmäßig laufen. Die UBS reagierte bereits am Freitag mit einer Kürzung des Kursziels von 1.175 auf 705 Schweizer Franken und begründete den Schritt mit der schwächeren Ertragsqualität im ersten Halbjahr sowie den anhaltenden Abflüssen bei den Evergreen-Fonds.

Hinzu kommt ein ungelöster Streitpunkt: Der Shortseller Grizzly Research hatte im Juni die Bewertungsmethoden von Partners Group öffentlich infrage gestellt und einen „Bewertungsfehler“ von bis zu 40 Prozent behauptet. Das Unternehmen wies die Vorwürfe als substanzlos zurück, eine unabhängige Klärung steht jedoch aus. Charttechnisch zeigt sich die Skepsis nach wie vor: Die Aktie notiert weiterhin 19,16 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und liegt seit Jahresbeginn 27,28 Prozent im Minus – der jüngste Kursanstieg hat diese Lücke bislang nicht annähernd geschlossen.

Ausblick: Der Zwischenbericht als Nagelprobe

Solange Partners Group weiterhin milliardenschwere Fondsabschlüsse und Exits wie den Żabka-Verkauf vorweisen kann, dürfte der Markt der These einer beginnenden Erholung Kredit geben – zumal die Fundraising-Guidance für 2026 bislang unangetastet bleibt. Kippt jedoch die Ertragsqualität im zweiten Halbjahr erneut, bestätigen sich die anhaltenden Evergreen-Abflüsse oder bleibt der Bewertungsstreit mit Grizzly Research ungeklärt, dürfte die von der UBS eingepreiste Vorsicht das dominierende Narrativ bleiben. Der Zwischenbericht am 1. September wird zeigen, ob die Performance-Erträge tatsächlich in Richtung des Zielkorridors von 25 bis 40 Prozent zurückfinden – und damit, ob der Żabka-Exit der Auftakt einer nachhaltigen Wende war oder nur eine punktuelle Ausnahme in einem weiterhin angespannten Umfeld.

Anzeige

Partners Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:

Die neusten Partners Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Partners Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Partners Group