PayPal: 1,5 Milliarden Dollar Sparplan bis 2028

PayPal gliedert sich in drei Einheiten und kündigt milliardenschwere Einsparungen an. Die Aktie verliert nach Vorlage der Quartalszahlen deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Aufteilung in drei Geschäftsbereiche
  • Einsparziel von 1,5 Milliarden Dollar
  • Operative Marge schrumpft deutlich
  • Aktienkurs fällt nach Quartalsbericht

Ein neuer Chef, eine neue Struktur, ein neues Sparversprechen— und trotzdem fällt die Aktie. PayPal hat Anfang Mai seinen Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 vorgelegt und dabei eine tiefgreifende Neuorganisation des Konzerns angekündigt. Der Markt reagierte skeptisch: Die Aktie verlor in der Folge rund sechs bis zehn Prozent.

Drei Einheiten statt eines Konzerns

Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores PayPal als President und CEO. Sein erster großer Schachzug: die Aufteilung des Unternehmens in drei eigenständige Geschäftsbereiche. „Checkout Solutions & PayPal“ soll das Kern-Ökosystem für Verbraucher und Händler bündeln. „Consumer Financial Services & Venmo“ zielt darauf ab, Venmo zu einer vollwertigen Finanzplattform auszubauen. Die dritte Einheit, „Payment Services & Crypto“, fasst das Braintree-Geschäft, die Zahlungsabwicklung für kleine Unternehmen und den hauseigenen Stablecoin PYUSD zusammen.

Frank Keller übernimmt die Leitung der Checkout-Einheit. Anshu Bhardwaj wurde als Chief AI Transformation & Simplification Officer eingesetzt— ein neu geschaffener Posten, der die technische Integration der neuen Struktur verantworten soll.

Sparziele und Margendruck

Kernstück der Transformation ist ein mehrjähriges Kostensenkungsprogramm. PayPal peilt mindestens 1,5 Milliarden Dollar an jährlichen Bruttoeinsparungen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre an. Das Geld soll in Wachstumsbereiche reinvestiert werden. Beim Earnings-Call sprach das Management von einem „rigorosen“ und „schonungslosen“ Vorgehen bei der Priorisierung— was Marktbeobachter als Signal für mögliche Verkäufe oder die Aufgabe kleinerer Geschäftsbereiche werten.

Die Quartalszahlen selbst liefern ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar, das Transaktionsvolumen kletterte um elf Prozent auf 464 Milliarden Dollar. Allerdings schrumpfte die operative Marge auf Non-GAAP-Basis um 229 Basispunkte auf 18,4 Prozent— ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Umbaukosten bereits spürbar sind.

Kapitalrückgaben als Vertrauenssignal

Inmitten des Umbaus hält PayPal an seiner Ausschüttungspolitik fest. Der Verwaltungsrat hat eine Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 25. Juni 2026 an Aktionäre, die am 4. Juni im Register stehen. Im ersten Quartal flossen bereits 1,5 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe.

Die Kursentwicklung spiegelt die Unsicherheit wider. Auf Jahressicht hat die Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren und notiert rund 21 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 67,50 Euro im Juli 2025 hat sich der Kurs nahezu halbiert.

Der Jahresausblick für 2026 wurde bestätigt, das zweite Quartal dürfte jedoch schwach ausfallen. Wie schnell die angepeilten Einsparungen tatsächlich die Marge stützen, entscheidet maßgeblich darüber, ob Lores das Vertrauen der Investoren zurückgewinnt— oder ob der Umbau länger dauert als erhofft.

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