PayPal Aktie: 1,38 Dollar EPS schlägt Konsens

PayPal übertrifft im zweiten Quartal die Analystenerwartungen und erhöht die Jahresprognose. Das Management treibt die Transformation voran, während Übernahmespekulationen anhalten.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Schätzungen
  • Prognose für 2026 angehoben
  • Übernahmeangebot von Stripe und Advent abgelehnt
  • Aktie legt in 30 Tagen deutlich zu

PayPal hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes übertroffen und Anzeichen für eine erfolgreiche operative Trendwende geliefert. Das Unternehmen reagierte auf die positive Geschäftsentwicklung mit einer Anhebung seiner Prognose für das gesamte Geschäftsjahr. Während der Zahlungsdienstleister weiterhin im Fokus von Übernahmespekulationen steht, treibt das Management die interne Umstrukturierung voran, um die Profitabilität nachhaltig zu steigern.

Operatives Momentum durch Volumenwachstum

Im abgelaufenen Quartal konnte PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar erzielen, was einem Zuwachs von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit lag das Ergebnis über den Schätzungen der Analysten, die im Vorfeld von 8,47 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren. Besonders deutlich fiel der Gewinn je Aktie (EPS) aus, der mit 1,38 US-Dollar die Konsensschätzung von 1,28 US-Dollar schlug.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das gesamte Transaktionsvolumen (TPV), das um 10 Prozent auf 486,4 Milliarden US-Dollar kletterte. Innerhalb der verschiedenen Segmente verzeichnete die Tochtermarke Venmo ein Volumenwachstum von 14 Prozent, während der Bereich Payment Service Providers (PSP) um 13 Prozent zulegte. Trotz des Wachstums stand die operative Marge unter Druck und sank auf 16,4 Prozent, was einem Rückgang von 171 Basispunkten entspricht. Dennoch generierte das Unternehmen einen freien Cashflow von 1,8 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Cashflow von 2 Milliarden US-Dollar.

Transformation und Kosteneffizienz im Fokus

Unter der Leitung von CEO Enrique Lores, der das Amt im März übernahm, befindet sich PayPal in einem umfassenden Transformationsprozess. Das Unternehmen wurde bereits im April in drei eigenständige Geschäftseinheiten reorganisiert. Ziel dieser Strategie ist es, die Kundenbeziehungen zu vertiefen und die operative Agilität zu erhöhen. Parallel dazu hat das Management ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, durch das Einsparungen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar realisiert werden sollen.

Aufgrund der starken ersten Jahreshälfte hob PayPal die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (Non-GAAP EPS) von etwa 5,38 US-Dollar. Zudem wird ein Anstieg der transaktionsbasierten Rohertragsmarge auf rund 15,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Für die Aktionäre wurde zudem eine Dividende in Höhe von 0,14 US-Dollar pro Aktie angekündigt, die am 25. September zur Auszahlung kommen soll. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen bereits eine deutliche Dynamik entwickelt und verbuchte in diesem Zeitraum ein Plus von 28,11 Prozent.

Übernahmegerüchte und Analystenreaktionen

Flankiert wird die fundamentale Erholung von anhaltenden Spekulationen über eine mögliche Konsolidierung in der Branche. Medienberichten zufolge hatten Stripe und Advent ein Übernahmeangebot in Höhe von etwa 60,50 US-Dollar je Aktie unterbreitet. Das Board von PayPal wies dieses Gebot jedoch als unzureichend zurück. CEO Lores betonte am Dienstag, dass er zwar offen für die Prüfung von Gelegenheiten sei, der Fokus jedoch primär auf der Umsetzung des eigenen strategischen Plans liege.

Die Analystenzunft reagierte überwiegend positiv auf die Zahlenvorlage. Das Analysehaus KBW stufte den Wert auf „Outperform“ hoch und erhöhte das Kursziel auf 70 US-Dollar. Auch die Experten von JPMorgan hoben ihre Zielmarke auf 65 US-Dollar an, während Mizuho und Macquarie ihre Ziele auf 60 beziehungsweise 62 US-Dollar anpassten. Die Analysten von William Blair bezeichneten das jüngste Übernahmeangebot angesichts der operativen Fortschritte als zu niedrig. Technisch zeigt sich das Papier stabilisiert und notiert aktuell 12,00 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Damit hat sich der Kurs deutlich von seinen Tiefstständen abgesetzt und liegt mittlerweile 53,02 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.

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