PayPal Aktie: 34,78-Prozent-Rally bei RSI 77,3

PayPal übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal, doch sinkende Margen und überkaufte Indikatoren trüben das Bild für Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Analystenschätzungen
  • Gewinnprognose für 2026 leicht angehoben
  • Operative Marge schrumpft deutlich
  • Charttechnik zeigt überkaufte Signale

PayPal liefert gerade die besten Quartalszahlen seit Monaten. Trotzdem mehren sich im Chart die Warnsignale. Genau dieser Widerspruch macht die Aktie im Sommer 2026 so spannend – und so riskant zugleich.

Solide Zahlen treiben die Rally

Im zweiten Quartal meldete PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar. Das lag 2,02 Prozent über dem Analystenkonsens und 5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,38 Dollar, rund 7,81 Prozent über den Erwartungen der Zacks-Analysten. Im Jahresvergleich bedeutet das trotzdem ein Minus von 1 Prozent – ein Detail, das in der Erfolgsmeldung schnell untergeht.

Das Zahlungsvolumen wuchs um 10 Prozent auf 486,45 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt blieben davon noch 9 Prozent übrig.

Für 2026 hob das Management die Gewinnprognose an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun bei etwa 5,38 Dollar liegen, nach zuvor 5,31 Dollar – und damit über dem Analystenkonsens von 5,32 Dollar.

Auch bei der Kapitalrückgabe blieb der Konzern spendabel. PayPal kaufte im Quartal rund 33 Millionen eigene Aktien für 1,5 Milliarden Dollar zurück.

Hinzu kommen 122 Millionen Dollar an ausgezahlten Dividenden sowie eine neue Quartalsdividende von 14 Cent je Aktie, zahlbar am 25. September 2026. Diese Ausschüttung ist keine Neuerung. Sie setzt ein Programm fort, das der Vorstand im Oktober 2025 ins Leben rief.

Firmenchef Enrique Lores zeigte sich zuversichtlich: „Unsere Transformation ist in vollem Gange, und wir arbeiten diszipliniert an unseren Prioritäten, um langfristig profitables Wachstum zu liefern.“

Unter der Oberfläche bröckelt allerdings die Profitabilität. Das operative Ergebnis brach ein: nach GAAP um 5 Prozent, bereinigt um 8 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Genau diese Lücke zwischen Wachstum und Profitabilität geht in der Erfolgsgeschichte oft unter.

Die operative Marge schrumpfte nach GAAP um 171 Basispunkte auf 16,4 Prozent, bereinigt sogar um 248 Basispunkte.

Charttechnik warnt vor Übertreibung

Der Kurs schloss am Mittwoch bei 50,92 Euro, ein Minus von 0,59 Prozent auf Tagessicht. Der Trend der letzten Wochen bleibt trotzdem klar positiv: Allein im letzten Monat legte die Aktie um 34,78 Prozent zu.

Damit notiert PayPal 25,71 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 40,50 Euro. Auch zum 200-Tage-Durchschnitt von 44,40 Euro beträgt der Abstand satte 14,68 Prozent – ein Aufschlag, der historisch selten von Dauer ist.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 77,3 Punkten, tief im überkauften Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 54,78 Prozent zeigt, wie heftig die Aktie inzwischen in beide Richtungen ausschlägt.

Besonders aufschlussreich: Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 46,60 Euro, 8,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Der Markt hat ein positives Szenario also bereits eingepreist, das der Analystenkonsens noch gar nicht bestätigt.

Übernahmefantasie als Kursstütze

Über allem schwebt weiterhin Übernahmefantasie. Stripe und die Private-Equity-Firma Advent International sollen weiterhin Interesse an PayPal haben, nachdem der Vorstand ein früheres unaufgefordertes Angebot abgelehnt hatte.

Diese Spekulation wirkt wie ein zweischneidiges Schwert. Sie stützt den Kurs nach unten, sorgt aber auch dafür, dass ein Teil der aktuellen Bewertung auf Übernahmehoffnungen beruht – nicht auf operativer Stärke allein.

Unterm Strich ist die fundamentale Geschichte tatsächlich besser geworden: höhere Umsätze, angehobene Prognose, üppige Kapitalrückgabe. Das ist nicht nichts. Aber die Margen-Erosion zeigt, dass die Transformation noch nicht abgeschlossen ist, sondern Arbeit in Arbeit bleibt.

Die Charttechnik erzählt derweil eine andere Geschichte. Ein RSI über 77, ein Kurs mehr als ein Viertel über dem eigenen 50-Tage-Trend und ein Kursziel-Konsens, der sogar Abwärtspotenzial andeutet – das spricht nicht für „noch mehr Luft nach oben“.

Für eine Aktie, die binnen zwölf Monaten noch immer 16,54 Prozent im Minus liegt, aber im letzten Monat um fast 35 Prozent zulegte, spricht die Rendite-Risiko-Rechnung derzeit eher für Geduld als für hektisches Hinterherlaufen. Die Fundamentaldaten sprechen dafür, dass PayPals Wende trägt. Die Charttechnik spricht dafür, dass das leichte Geld dieser Rally-Etappe bereits verdient wurde.

Anzeige

PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:

Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu PayPal