PayPal Aktie: Barclays-Abstufung ignoriert?
PayPal hebt die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn an, während Barclays vor Schwächen beim Branded Checkout warnt.

- Aktie legte gestern 3,2 Prozent zu
- Barclays senkte Rating und Kursziel
- Quartalsumsatz wuchs um zwei Prozent
- Jahresprognose für bereinigten Gewinn erhöht
PayPal hat gestern 3,2% zugelegt und bei 52,53 € geschlossen. Der Anstieg steht im Kontrast zu vorsichtigen Analystenurteilen nach den jüngsten Quartalszahlen. Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose angehoben. Barclays sieht dagegen Risiken im Wachstum des Bezahlgeschäfts. Der Kursgewinn allein löst diesen Widerspruch nicht auf.
Erholung trifft auf skeptische Bewertung
Barclays stufte PayPal am Donnerstag von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab. Zugleich senkte das Haus sein Kursziel von 56 $ auf 53 $. Als Gründe nannten die Analysten ein langsameres Wachstum beim Branded Checkout und Sorgen vor Marktanteilsverlusten.
Damit richtet sich die Kritik auf die geschäftliche Entwicklung und nicht allein auf die Höhe des erwarteten Gewinns. Eine angehobene Ergebnisprognose beantwortet die von Barclays aufgeworfene Frage nach der Wettbewerbsposition nicht automatisch. Für Anleger sind das zwei unterschiedliche Maßstäbe zur Bewertung der Aktie.
Auch die Bank of America blieb bei ihrer Analystenaktion am 28. Oktober zurückhaltend. Sie erhöhte zwar ihr Kursziel auf 54 $, hielt aber an der Einstufung „Underperform“ fest.
Die höhere Zielmarke war damit keine Kaufempfehlung. Beide Analystenaktionen zeigen vielmehr, dass günstigere Gewinnerwartungen und eine skeptische Einschätzung der Aktie nebeneinander bestehen können. Der gestrige Kursanstieg ist seinerseits kein Nachweis dafür, dass sich die operativen Bedenken erledigt haben.
Gewinn wächst schneller als Umsatz
PayPal meldete am 27. Oktober einen Umsatzanstieg von 2% auf 8,6 Milliarden $. Die Veröffentlichung betraf das dritte Quartal 2026.
Die Geschäftszahlen liefern damit einen Gegenpol zur Analystenskepsis: PayPal wuchs weiter und hob zugleich den Ausblick an. Allerdings entwickelten sich Umsatz und bereinigtes Ergebnis unterschiedlich dynamisch.
Das Ergebnis je Aktie auf Non-GAAP-Basis stieg um 8% auf 1,45 $. Das gesamte Zahlungsvolumen erhöhte sich um 6% auf 487,1 Milliarden $.
Das stärkere Gewinnwachstum ist für die Ergebnisentwicklung positiv. Es widerlegt jedoch nicht automatisch die spezifische Kritik am Branded Checkout. Das gesamte Zahlungsvolumen und die Entwicklung dieses Geschäftsbereichs sind unterschiedliche Betrachtungsgrößen.
Für das Gesamtjahr 2026 erhöhte PayPal die Prognose für das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von ungefähr 5,38 $ auf ungefähr 5,60 $. Auch den Ausblick für die Transaktionsmarge in absoluten Beträgen hob das Unternehmen an.
Für die Einordnung der Kurserholung bleibt deshalb die Trennung entscheidend: PayPal erwartet mehr bereinigten Gewinn, während die Analystenkritik auf Wachstum und Marktstellung zielt. Die gestrige Aufwärtsbewegung steht neben diesen gegensätzlichen Signalen – sie entscheidet den fundamentalen Streitpunkt nicht.
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