PayPal Aktie: Braintree drückt Transaktionsmargen

PayPal verzeichnet starkes Aktienplus, doch die Margenentwicklung trübt das Bild. Ein Sparprogramm und Übernahmespekulationen prägen die Lage.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von 28 Prozent
  • Umsatz steigt auf 8,68 Mrd. Dollar
  • Sparprogramm über 1,5 Mrd. Dollar
  • Übernahmeangebot von 53 Mrd. Dollar

Anleger blicken bei PayPal auf einen wilden Monat zurück. Die Aktie kletterte binnen 30 Tagen um rund 28 Prozent. Die jüngste Rally am US-Markt gerät nun jedoch ins Stocken. Während die Wachstumszahlen stimmen, bereitet eine spezifische Kennzahl Kopfzerbrechen.

Das Problem mit der Marge

Der jüngste Quartalsbericht lieferte Licht und Schatten. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar. PayPal verdiente pro Aktie bereinigte 1,38 Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich.

Parallel dazu bereitet die Qualität dieses Wachstums Sorgen. Die Transaktionsmargen legten lediglich um ein Prozent zu. Grund dafür ist der Erfolg der Tochter Braintree. Das Segment für ungebündelte Zahlungsabwicklung wächst zwar schnell, wirft aber geringere Renditen ab als das klassische PayPal-Geschäft. Marktbeobachter achten nun genau darauf, ob das Markengeschäft diese Verwässerung künftig ausgleichen kann.

Strategiewechsel und Übernahmefantasie

Das Management steuert mit einem harten Sparkurs gegen. Bis zu 1,5 Milliarden Dollar an Kosten sollen in den nächsten drei Jahren wegfallen. Das frei werdende Kapital fließt verstärkt in Dienste wie Venmo. Anleger profitieren parallel dazu von einem massiven Rückkaufprogramm. Der Konzern plant, im laufenden Jahr eigene Aktien für sechs Milliarden Dollar einzuziehen.

Zusätzliche Würze verleihen Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Ein Konsortium soll ein Gebot über 53 Milliarden Dollar abgegeben haben. Das entspräche etwa 60,50 Dollar je Aktie. Der Vorstand lehnte dies bisher als unzureichend ab. Jede neue Nachricht zu einer Konsolidierung im Sektor könnte den Kurs jedoch sofort bewegen.

In der kommenden Woche entscheiden US-Konjunkturdaten über die kurzfristige Richtung. Besonders der Einkaufsmanagerindex und der Arbeitsmarktbericht stehen auf der Agenda. Hält die Dynamik an, bleibt die psychologisch wichtige Marke von 50 Euro das nächste Ziel. Ein RSI von fast 69 signalisiert allerdings, dass das Papier bereits heiß gelaufen ist.

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