PayPal Aktie: Frist für Sammelklage

PayPal sieht sich mit einer Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs konfrontiert, nachdem schwache Quartalszahlen und ein Führungswechsel den Aktienkurs einbrechen ließen. Gleichzeitig wird das Krypto-Geschäft ausgegliedert.

Die Kernpunkte:
  • Frist für Sammelklage endet am 20. April 2026
  • Vorwürfe irreführender Wachstumsprognosen
  • Aktienkurs stürzte nach schwachem Quartal ab
  • Krypto-Sparte wird in eigene Gesellschaft ausgegliedert

Der Zahlungsdienstleister PayPal kommt nicht zur Ruhe. Nach einem überraschenden Wechsel an der Unternehmensspitze und schwachen Quartalszahlen sehen sich die Verantwortlichen nun mit juristischen Konsequenzen konfrontiert. Geschädigte Investoren haben nur noch wenige Wochen Zeit, sich einer Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs anzuschließen.

Vorwürfe der Täuschung

Die Anwaltskanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check (KTMC) hat am Wochenende einen Aufruf an Aktionäre veröffentlicht. Wer zwischen Februar 2024 und Anfang Februar 2026 PayPal-Aktien erworben hat, kann bis zum 20. April 2026 den Status als Hauptkläger beantragen. Eine weitere, engere Klage umfasst den Zeitraum ab Februar 2025.

Im Kern werfen die Kläger dem Management vor, ein falsches Bild der geschäftlichen Lage gezeichnet zu haben. Die Verantwortlichen sollen verlässliche Prognosen zum Umsatzwachstum suggeriert und gleichzeitig makroökonomische Risiken heruntergespielt haben. Insbesondere die optimistischen Pläne für den sogenannten Branded-Checkout-Bereich erwiesen sich als nicht haltbar. Die unter dem ehemaligen CEO ausgegebenen Ziele für das Jahr 2027 gelten mittlerweile als unerreichbar.

Schwache Zahlen und Führungswechsel

Der Auslöser für die juristische Eskalation liegt wenige Wochen zurück. Am 3. Februar 2026 verkündete PayPal überraschend den Abgang von CEO Alex Chriss, dessen Posten nun der ehemalige HP-Chef Enrique Lores übernimmt. Zeitgleich legte der Konzern die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Aktienkurs brach daraufhin an einem einzigen Handelstag um über 20 Prozent ein.

Auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr liefert wenig Argumente für eine schnelle Erholung. Das Management rechnet für 2026 mit sinkenden Transaktionsmargen und einem rückläufigen bereinigten Gewinn pro Aktie. Für das erste Quartal wird lediglich ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wächst der Druck durch Konkurrenten wie Block, Visa und Mastercard, die sich bei neuen Zahlungstechnologien besser positionieren und Marktanteile gewinnen.

Krypto-Umbau als Kontrastprogramm

Während das Kerngeschäft schwächelt, treibt PayPal die Umstrukturierung seiner digitalen Vermögenswerte voran. Die Krypto-Dienstleistungen des Konzerns werden in eine neue Gesellschaft namens PayPal Digital, Inc. ausgegliedert. Dieser Bereich verzeichnete zuletzt ein massives Wachstum. Der hauseigene Stablecoin PYUSD vergrößerte sein Umlaufvolumen im Jahr 2025 um 600 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Zudem belegt PayPal im aktuellen Evident AI Index für Zahlungsdienstleister den ersten Platz bei der Gewinnung von KI-Talenten.

Der 20. April 2026 markiert somit ein zentrales Datum für den Konzern. An diesem Tag endet nicht nur die Frist für die Anmeldung zur Sammelklage, sondern es erfolgt vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen auch die offizielle Übertragung der Krypto-Konten auf die neue Tochtergesellschaft. Diese strukturelle Trennung zeigt den klaren Plan des Managements, die wachsenden digitalen Geschäftsfelder unabhängig vom juristisch belasteten Kerngeschäft zu skalieren.

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