PayPal Aktie: Käufer zieht sich zurück

Nach dem Rückzug von Stripe und Advent verliert PayPal eine mögliche Kursstütze; die Aktie fällt vorbörslich um mehr als 14 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Stripe und Advent verfolgen Kauf nicht weiter
  • PayPal vorbörslich über 14 Prozent schwächer
  • Gebot über 50 Milliarden Dollar entfällt
  • Technologischer Rückstand belastet Wettbewerbsposition

Ein Bloomberg-Bericht reichte am Donnerstagabend, um PayPal-Aktionären den Handelstag zu verderben. Die Nachrichtenagentur berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass eine Investorengruppe um Stripe und Advent keine Übernahme des Zahlungsdienstleisters mehr verfolgt. Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend heftig aus.

Im vorbörslichen Handel an der NASDAQ brach die PayPal-Aktie zeitweise um mehr als 14 Prozent ein, auf rund 52,45 US-Dollar. Ein Kurssturz dieser Größenordnung ist selbst für ein Unternehmen mit bewegter Kursgeschichte ein Ausnahmeereignis.

Ein Angebot über 50 Milliarden Dollar verpufft

Stripe und Advent hatten laut dem Bericht mehr als 50 Milliarden US-Dollar für PayPal geboten, umgerechnet rund 43 Milliarden Euro. Vertreter aller drei Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Erste Spekulationen über ein Übernahmeinteresse von Stripe waren bereits im Februar aufgekommen, nachdem PayPal zuvor einen deutlichen Kursrutsch erlebt hatte.

Die Fantasie einer Übernahme hatte in den vergangenen Monaten offenbar einen Teil der Kursstütze geliefert. Mit dem Rückzug der Käufer fällt dieser Faktor nun weg, und der Markt muss den fairen Wert von PayPal wieder ausschließlich anhand des operativen Geschäfts bestimmen.

Strukturelle Probleme bleiben ungelöst

Der eigentliche Auslöser der Übernahmegespräche war kein Zufall. PayPal galt einst als Pionier im digitalen Zahlungsverkehr, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch schwergetan, seine Technologie zu modernisieren. Konkurrenten wie Apple und die Google-Mutter Alphabet haben in dieser Zeit Marktanteile gewonnen. Über die vergangenen fünf Jahre hat die Aktie fast 80 Prozent an Wert verloren.

Der geplatzte Deal bringt PayPal in eine unangenehme Lage. Ohne den Übernahmeschutz steht das Unternehmen nun wieder allein vor der Aufgabe, seine Wettbewerbsposition aus eigener Kraft zu verbessern. Ob sich in den kommenden Monaten neue Interessenten finden oder das Management einen eigenständigen Weg zur Trendwende präsentiert, dürfte die nächste Kursrichtung maßgeblich bestimmen.

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