PayPal Aktie: Klagewelle nach Crash

Nach enttäuschenden Quartalszahlen und gestrichenen Prognosen erwartet PayPal eine Welle von Anlegerklagen. Der neue CEO Enrique Lores übernimmt das Ruder in einer schwierigen Phase.

Die Kernpunkte:
  • Anwälte sammeln Investoren für Sammelklagen
  • Kursverlust von über 20 Prozent an einem Tag
  • Neuer CEO Lores übernimmt in Krisenzeiten
  • Gewinnprognose für 2026 stagniert oder sinkt

Der Zahlungsdienstleister PayPal steht im Frühjahr 2026 unter erheblichem Druck. Nach verfehlten Quartalszahlen, einkassierten Mittelfristzielen und einem überraschenden Chefwechsel rollt nun eine Welle von Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs auf den Konzern zu. Für den frisch angetretenen CEO Enrique Lores beginnt die Amtszeit direkt im Krisenmodus.

Geplatzte Prognosen rufen Anwälte auf den Plan

Verschiedene US-Kanzleien sammeln derzeit geschädigte Investoren für Klagen gegen das Unternehmen. Doch was löste diese juristische Offensive aus? Der Ursprung liegt Anfang Februar: PayPal meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Markterwartungen ebenso wie beim Gewinn. Das Wachstum im wichtigen Segment „Branded Checkout“ verlangsamte sich von sechs auf magere ein Prozent. Als das Management daraufhin auch noch die erst im Vorjahr ausgegebenen Finanzziele für 2027 komplett zurückzog, brach der Kurs an einem einzigen Tag um über 20 Prozent ein.

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Die Klageschriften werfen den Verantwortlichen nun vor, falsche Eindrücke über verlässliche Umsatz- und Wachstumsprognosen erweckt zu haben. Die optimistischen Pläne der alten Führungsebene hätten sich als realitätsfern erwiesen. Aktuell notiert das Papier bei 40,48 Euro, was einem Wertverlust von knapp 36 Prozent auf Zwölf-Monats-Sicht entspricht.

Neuer Chef, verhaltene Aussichten

Der Aufsichtsrat reagierte auf die schwache Umsetzung der Strategie mit einem harten Schnitt: Alex Chriss musste seinen Posten räumen. Seit dem 1. März 2026 führt nun der ehemalige HP-Chef Enrique Lores die Geschäfte. Er soll die Innovationen und Initiativen im Bereich Künstliche Intelligenz beschleunigen sowie die operative Disziplin stärken.

Der Ausblick für das laufende Jahr bietet den Aktionären jedoch wenig Trost. PayPal rechnet für 2026 mit einem stagnierenden oder sogar leicht rückläufigen Gewinn je Aktie, da gezielte Investitionen die Marge belasten. Die Zurückhaltung des Managements spiegelt sich auch in den Analystenbewertungen wider: Häuser wie KGI Securities und Canaccord Genuity haben die Aktie nach den Zahlen herabgestuft, zudem flog PayPal aus dem S&P 100 Index.

Strategische Zukäufe laufen weiter

Trotz der Turbulenzen treibt PayPal strategische Initiativen voran. Noch im ersten Halbjahr 2026 soll die Übernahme von Cymbio abgeschlossen werden. Die Plattform integriert Händlerkataloge in KI-gestützte Suchoberflächen wie Microsoft Copilot. Auch im Blockchain-Bereich baut der Konzern seine Infrastruktur aus: Eine neue Partnerschaft mit TCS Blockchain nutzt den hauseigenen PYUSD-Stablecoin, um Frachtrechnungen im Logistiksektor noch am selben Tag abzuwickeln – was die Kosten gegenüber traditionellen Methoden signifikant senken soll.

Die operativen Prioritäten für die kommenden Monate sind damit klar definiert. Für 2026 plant PayPal beim Branded Checkout ein leicht positives bis niedriges einstelliges Wachstum, während die Tochter Venmo planmäßig einen Umsatz von über zwei Milliarden US-Dollar ansteuert. Mit einem erwarteten freien Cashflow von mehr als sechs Milliarden US-Dollar verfügt das Unternehmen über die nötige Liquidität, um die laufenden Aktienrückkäufe fortzusetzen und die anstehenden juristischen Auseinandersetzungen zu bewältigen.

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