PayPal Aktie: Krise auf mehreren Fronten
PayPal sieht sich mit Sammelklagen nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem massiven Kursverfall konfrontiert. Der neue CEO setzt auf Blockchain- und KI-Partnerschaften, um das Kerngeschäft zu stabilisieren.

- Sammelklagen wegen angeblicher Anlegerirreführung
- Kurseinbruch von 20 Prozent nach schwachem Ausblick
- Neuer CEO Enrique Lores übernimmt Führung
- Strategische Allianzen mit OpenAI und Mastercard
Ein Kurseinbruch von 20 Prozent an einem einzigen Tag, ein abrupter CEO-Wechsel und nun eine Welle von Klagen wegen Wertpapierbetrugs: PayPal steckt Mitte März 2026 in einer handfesten Krise. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, mit Blockchain- und KI-Partnerschaften eine neue Wachstumsgeschichte zu erzählen.
Die Klagen und ihr Auslöser
Mehrere Anwaltskanzleien haben Sammelklagen gegen PayPal eingereicht, darunter Kessler Topaz Meltzer & Check. Die Kläger vertreten Aktionäre, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien erworben haben. Frist für die Bewerbung als Hauptkläger ist der 20. April 2026.
Der Vorwurf: PayPal habe Anleger mit irreführenden Aussagen zur Umsatzentwicklung und zum Wachstum getäuscht und gleichzeitig Risiken durch Saisonalität und konjunkturelle Schwankungen heruntergespielt. Hinzu kommt, dass das Unternehmen seine 2027er-Finanzziele, die erst ein Jahr zuvor kommuniziert worden waren, wieder einkassierte.
Auslöser war der Q4-Bericht: PayPal erzielte im Schlussquartal 2025 einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar — unter der Analystenerwartung von 8,80 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,23 Dollar ebenfalls unter den erwarteten 1,28 Dollar. Besonders alarmierend: Das Wachstum im Kerngeschäft mit markeneigenen Checkout-Diensten verlangsamte sich von sechs Prozent im Vorjahr auf gerade noch ein Prozent. Dazu kam ein schwacher Ausblick für 2026 — und der Kurs brach an einem Tag um rund 20 Prozent ein, was die Marktkapitalisierung um mehr als neun Milliarden Dollar schrumpfen ließ.
Neuer Chef, alte Probleme
Auf den Kursabsturz folgte der Führungswechsel. Seit dem 1. März 2026 leitet Enrique Lores, zuvor CEO bei HP, das Unternehmen. Er übernimmt ein Erbe, das von Wettbewerbsdruck durch Apple und Google im Kerngeschäft geprägt ist — Konzerne, die PayPals angestammtes Terrain zunehmend besetzen.
Von 45 Analysten, die MarketBeat aggregiert, empfehlen derzeit 31 das Papier zum Halten, acht zum Kaufen und sechs zum Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 59,03 Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau. Canaccord Genuity senkte sein Kursziel nach dem Q4-Verfehlen spürbar.
Blockchain und KI als Gegenentwurf
Parallel zur juristischen und operativen Belastung setzt PayPal auf strategische Neupositionierung. Als Teil von Mastercards neuem Crypto Partner Program — dem mehr als 85 Unternehmen angehören, darunter Binance, Circle und Ripple — bringt PayPal seine globale Nutzerbasis und Zahlungsinfrastruktur in die Blockchain-Welt ein. Das Programm zielt auf grenzüberschreitende Zahlungen und B2B-Transaktionen ab.
Im KI-Bereich kooperiert PayPal mit OpenAI, um Checkout-Funktionen direkt in ChatGPT zu integrieren. Für das zweite Quartal 2026 ist zudem eine Partnerschaft mit Sabre und Mindtrip geplant, die KI-gestützte Reisebuchungen mit PayPals Zahlungslösungen verbinden soll.
Ob diese Initiativen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen können, hängt letztlich davon ab, ob Lores das Wachstum im Kerngeschäft stabilisieren kann — denn ohne eine Trendwende beim Checkout-Geschäft bleiben die neuen Partnerschaften strategische Ankündigungen ohne Fundament.
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