PayPal Aktie: Schnäppchen oder Falle?
PayPal notiert auf historisch niedrigen Bewertungsniveaus nach enttäuschendem Quartalsbericht. Neue Führung und Aktienrückkäufe stehen strukturellen Problemen und Sammelklagen gegenüber.

- Quartalszahlen verfehlen Analystenerwartungen deutlich
- Wachstum bei Checkouts und Nutzerzahl nahezu stagniert
- Neue CEO und aggressive Aktienrückkaufprogramme gestartet
- Ausstehende Sammelklagen belasten die Aktienbewertung
PayPal war einmal über 300 Milliarden Dollar wert. Heute liegt die Marktkapitalisierung bei rund 41 Milliarden Dollar — ein Rückgang, der selbst hartgesottene Contrarian-Investoren zum Nachdenken bringt. Die Aktie notiert auf historisch niedrigen Bewertungsniveaus, doch die Gründe dafür sind alles andere als trivial.
Warum die Bewertung so niedrig ist
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen liegt bei 8,5 — weit unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 21 und deutlich unter dem Sektormittel von 10. Auch das EV/EBITDA-Verhältnis ist auf 6,5 gefallen, verglichen mit einem historischen Schnitt von 15. Auf dem Papier sieht das nach einem klassischen Schnäppchen aus.
Der Auslöser für den jüngsten Kursverfall war der Quartalsbericht für das vierte Quartal 2025. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,23 Dollar verfehlte die Konsensschätzung von 1,29 Dollar. Der Umsatz kam mit 8,68 Milliarden Dollar ebenfalls unter den Erwartungen von 8,80 Milliarden Dollar herein. Besonders alarmierend: Das Wachstum im wichtigen Segment der markeneigenen Checkouts verlangsamte sich auf nur noch 1 Prozent — nach 6 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen leichten Rückgang oder ein minimales Plus beim bereinigten Gewinn je Aktie gegenüber den 5,31 Dollar aus 2025. Analysten hatten im Schnitt 5,73 Dollar erwartet, was einem Wachstum von rund 8 Prozent entsprochen hätte.
Strukturelle Probleme bleiben
Das Nutzerwachstum ist nahezu zum Stillstand gekommen: Die aktiven Konten stiegen um lediglich 1 Prozent auf 439 Millionen. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck von allen Seiten — Apple Pay, Google Pay, Block’s Cash App, Stripe und verschiedene Buy-now-pay-later-Anbieter drängen in denselben Markt.
Auch die Krypto-Ambitionen laufen schleppend. Der eigene Stablecoin PYUSD kommt auf ein Transaktionsvolumen von 17,2 Milliarden Dollar in den vergangenen 30 Tagen. Zum Vergleich: Der Konkurrent USDC wickelte im gleichen Zeitraum Transaktionen im Wert von über 6 Billionen Dollar ab.
Hinzu kommt das makroökonomische Umfeld. Als transaktionsbasiertes Unternehmen ist PayPal besonders anfällig für einen Rückgang der Konsumausgaben — und damit für die möglichen Folgen des US-amerikanischen Zollkonflikts.
Neue Führung, Aktienrückkäufe — und Klagen
Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores, zuvor CEO von HP Inc., das Unternehmen. Er löst Alex Chriss ab, nachdem der Vorstand eine eingehende Überprüfung der Wettbewerbsposition vorgenommen hatte. Zusätzlich verstärkte Alyssa Henry, frühere CEO von Square bei Block, den Aufsichtsrat.
Auf der Habenseite stehen aggressive Aktienrückkäufe: Allein im vierten Quartal kaufte PayPal eigene Aktien im Wert von über 1,5 Milliarden Dollar zurück, für das Gesamtjahr summiert sich das auf mehr als 6 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verfügt zudem über 14,6 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln bei 11,6 Milliarden Dollar Schulden und zahlt erstmals eine Dividende von 0,14 Dollar je Aktie.
Einen klaren Wachstumskatalysator, der die Bewertungslücke schließen könnte, hat das Unternehmen bislang nicht vorgelegt. Erschwerend kommt hinzu, dass am 20. April 2026 die Frist für die Hauptkläger in mehreren Sammelklagen wegen mutmaßlicher Wertpapierbetrugs abläuft — die Klagen beziehen sich auf den Zeitraum von Februar 2024 bis Februar 2026 und werfen dem Unternehmen irreführende Aussagen zur Umsatzentwicklung vor. Bis zur Hauptversammlung im Mai 2026 bleibt das rechtliche Risiko damit ein offener Faktor in der Bewertung.
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