PayPal Aktie: Stripe und Advent prüfen Übernahme

PayPal treibt Campus-Zahlungen voran, während Stripe und Advent ein höheres Übernahmeangebot erwägen. Die Aktie zeigt sich erholt.

Die Kernpunkte:
  • Campus-Zahlungen via Venmo erweitert
  • Stripe und Advent planen Übernahme
  • PayPal-Aktie erholt sich deutlich
  • Insiderverkäufe trotz Übernahmefantasie

Es ist eine merkwürdige Woche für PayPal-Beobachter. Auf der einen Seite meldet das Unternehmen einen eher unaufgeregten Fortschritt: Studiengebühren lassen sich künftig über Venmo bezahlen. Auf der anderen Seite verdichten sich die Signale, dass Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent an einer Übernahme des gesamten Konzerns feilen.

Zwei Geschichten, die kaum unterschiedlicher sein könnten – und die doch dieselbe Frage aufwerfen: Wofür steht PayPal eigentlich noch, wenn es sowohl Wachstumsnischen erschließt als auch als Übernahmeziel gehandelt wird?

Die Bildungsnische als Beleg für organisches Wachstum

Die Integration mit Illumia, Nelnet Campus Commerce und TouchNet klingt zunächst nach Kleinklein. Fünf Hochschulen – Bellarmine, Butler, Kansas State, Michigan State und Texas Tech – können ab sofort Studiengebühren per PayPal oder Venmo begleichen, weitere sollen folgen.

Doch das Muster ist bezeichnend: Schon vor einem Jahr hatte sich PayPal über Vereinbarungen mit den Sportkonferenzen Big Ten und Big 12 in die Bezahlung von Studentensportlern eingeklinkt.

Wer hunderte Millionen aktive Konten und bei Venmo allein rund 100 Millionen aktive US-Nutzer vorweisen kann, von denen mehr als die Hälfte aus Gen Z und Millennials stammt, findet in Campus-Zahlungen ein naheliegendes Terrain. Es ist die Art von Nischenexpansion, die keine Schlagzeilen reißt, aber Nutzungsfrequenz und Bindung erhöht – genau jene Substanz, die ein Übernahmeinteressent bewerten muss.

Und damit sind wir beim eigentlichen Spannungsbogen der Woche.

Der Übernahmepoker nimmt Fahrt auf

PayPal hatte ein früheres Angebot von Stripe und Advent in Höhe von 60,50 Dollar je Aktie als unzureichend zurückgewiesen. Seither wird spekuliert, wie hoch ein nachgebessertes Gebot ausfallen müsste, um am Verhandlungstisch überhaupt ernst genommen zu werden.

Marktbeobachter bringen eine Spanne von 67 bis 73 Dollar ins Spiel. Piper Sandler hat sein Kursziel um 40 Prozent auf 59 Dollar angehoben und bleibt bei „Neutral“ – mit der Begründung, die Übernahmegespräche seien eine strategische Bestätigung dafür, dass PayPal mehr wert sei als reine Checkout-Abwicklung.

Raven Capital geht weiter und nennt 110 Dollar als fairen Übernahmepreis, sollte kein Deal zustande kommen, brauche es eben organisches Wachstum, um dorthin zu gelangen.

Bemerkenswert ist, wie diese Debatte die eigentliche Größe von PayPal in Erinnerung ruft: 439 Millionen Konten, ein Transaktionsvolumen von über 1,8 Billionen Dollar und ein robuster freier Cashflow. Das sind Zahlen, die selbst ein wachsender Herausforderer wie Stripe, dessen Zahlungsvolumen zuletzt um rund 34 Prozent zulegte, nicht einfach ignorieren kann.

Stripe selbst zeigt derweil, wie es Wachstum einkauft – mit der milliardenschweren Übernahme des KI-Routing-Anbieters OpenRouter. Zwei Fintech-Welten, die sich gerade beide neu sortieren.

Was der Kurs von all dem hält

An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in erhöhter Nervosität. Die Aktie hat sich von ihrem 52-Wochen-Tief bei 32,42 Euro um 62 Prozent erholt, notiert aber weiterhin rund 26 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 70,78 Euro.

Mit einem Relative-Stärke-Index von 67,7 nähert sich das Papier überkauftem Terrain, während die annualisierte Volatilität von 54 Prozent zeigt, wie sehr die Übernahmespekulation die Kursschwankungen treibt.

Parallel dazu läuft im Hintergrund das übliche Insidergeschäft weiter: Suzan Kereere, President Global Markets bei PayPal, verkaufte im Rahmen eines automatisierten 10b5-1-Plans gut 4.000 Aktien – ein Vorgang, der in den vergangenen zwölf Monaten bereits 21 Mal zu beobachten war, ohne einen einzigen Insiderkauf.

Solche Verkäufe sagen für sich genommen wenig, fügen sich aber in ein Bild, in dem das Management längst mit gemischten Signalen lebt: operative Diversifizierung hier, Übernahmefantasie dort.

Ob am Ende ein verbessertes Gebot von Stripe und Advent steht oder PayPal seinen Weg als eigenständiger Zahlungsriese fortsetzt – die Bildungsintegration zeigt, dass das Unternehmen nicht auf einen Käufer wartet, sondern weiter Substanz aufbaut. Genau diese Substanz dürfte am Ende darüber entscheiden, welchen Preis ein möglicher Käufer zu zahlen bereit ist.

Anzeige

PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:

Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu PayPal