PayPal Aktie: Stripes Millionen-Coup
Stripe und Advent International bieten 60,50 Dollar je PayPal-Aktie. Der Zahlungsdienstleister wird damit mit über 53 Milliarden Dollar bewertet.

- Gemeinsames Angebot von Stripe und Advent
- Kaufpreis von 60,50 Dollar pro Aktie
- Bewertung von über 53 Milliarden Dollar
- Fokus auf PayPals Konsumentengeschäft
PayPal bekommt an diesem Mittwoch eine völlig neue Geschichte erzählt. Nicht Checkout-Wachstum, nicht Venmo, nicht künstliche Intelligenz treiben die Aktie — sondern ein möglicher Eigentümerwechsel. Die Aktie schoss im vorbörslichen US-Handel um mehr als 15 Prozent nach oben.
Auslöser ist ein gemeinsames Übernahmeangebot von Stripe und der Private-Equity-Gesellschaft Advent International. Die beiden bieten 60,50 Dollar je PayPal-Aktie und bewerten den Zahlungsdienstleister damit auf über 53 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag.
Zweites Angebot nach April-Vorstoß
Das Gebot wurde bereits Anfang Juli eingereicht und soll durch rund 50 Milliarden Dollar an festen Finanzierungszusagen von Banken gedeckt sein. Es ist nicht der erste Anlauf: Ein erster Kontakt zwischen den Parteien fand bereits im April statt. PayPal selbst hat auf die Offerte bislang nicht reagiert.
Sollte der Deal zustande kommen, würden Stripe und Advent PayPal jeweils zu gleichen Teilen übernehmen. Beide Seiten streben einem Bericht zufolge einen Abschluss noch bis Ende Juli an — ein ambitionierter Zeitplan für ein Übernahmevolumen dieser Größenordnung.
Was Stripe wirklich will
Aus Analystensicht geht es Stripe weniger um das Händlergeschäft von PayPal als um die Konsumentenseite. Jefferies-Analyst Hannes Leitner sieht den strategischen Reiz vor allem in Diensten wie Venmo, Link und Button. Auch das margenschwache Braintree-Geschäft, das zuletzt mit dem Umstieg auf ein höheres Preismodell kämpfte, würde für Stripe interessant: Es brächte rund 600 Milliarden Dollar an Transaktionsvolumen in das Enterprise-Geschäft des Rivalen ein — ein Bereich, in dem Stripe laut Leitner zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb, abgesehen vom Boom durch generative KI-Anwendungen.
Bislang handelt es sich um ein Angebot ohne Zustimmung des PayPal-Managements. Ob die 28-Prozent-Prämie ausreicht, den Vorstand an den Verhandlungstisch zu bringen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen — die selbst gesetzte Frist der Bieter bis Monatsende lässt dafür wenig Zeit.
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