PayPal Aktie: Truist hebt auf 62 Dollar, Lores lehnt 60,50 ab

PayPal verhandelt über milliardenschwere Übernahme, expandiert im Bildungssektor und hebt nach starken Zahlen die Jahresprognose an.

Die Kernpunkte:
  • Übernahmeverhandlungen mit Stripe und Advent
  • Expansion an US-Hochschulen mit Venmo
  • PayPal Ratenzahlung bei Amazon gestartet
  • Jahresprognose nach starkem Quartal angehoben

Der Zahlungsdienstleister PayPal steht derzeit an zwei entscheidenden Fronten im Fokus der Anleger. Während am Markt weiterhin intensiv über eine milliardenschwere Übernahme durch den Wettbewerber Stripe und den Finanzinvestor Advent diskutiert wird, treibt das Unternehmen seine operative Expansion im US-Bildungssektor sowie Kooperationen im europäischen E-Commerce voran. Damit reagiert der Konzern auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck und versucht, neue Erlöspotenziale jenseits des klassischen Online-Checkouts zu erschließen.

Verhandlungen über Milliarden-Übernahme dauern an

Im Zentrum des Interesses stehen Berichte über einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Laut dem Wall Street Journal verhandelt PayPal weiterhin mit Stripe und der Private-Equity-Gesellschaft Advent über ein Geschäft, das in den kommenden Wochen konkretisiert werden könnte. Das bisherige Angebot soll bei 60,50 US-Dollar pro Aktie liegen, was einer Bewertung von rund 53 Milliarden US-Dollar entspräche.

CEO Enrique Lores erteilte diesen Plänen im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals keine klare Absage. Er betonte jedoch, dass das Unternehmen Pfade in Betracht ziehe, die einen „überlegenen Wert“ für die Aktionäre schaffen. Dies deutet darauf hin, dass PayPal die aktuelle Offerte von 60,50 US-Dollar noch als zu niedrig einschätzt.

Analysten reagieren bereits auf das Szenario: Truist Securities hob am vergangenen Mittwoch das Kursziel für die Aktie von 59 auf 62 US-Dollar an und begründete dies mit einer gestiegenen Wahrscheinlichkeit für eine Übernahme. Auch die Experten von Cantor Fitzgerald taxierten den Wert des Unternehmens Anfang August sogar auf bis zu 70 US-Dollar je Aktie.

Fokus auf US-Hochschulen und neue Partnerschaften

Parallel zu den strategischen Verhandlungen erweitert PayPal seine Marktpräsenz im Bildungsbereich. Am vergangenen Mittwoch gab das Unternehmen eine Kooperation mit drei großen Zahlungsdienstleistern für Hochschulen bekannt: Illumia, Nelnet Campus Commerce und TouchNet.

Durch diese Integrationen können Studenten und deren Familien an über tausend US-Universitäten ihre Studiengebühren künftig über PayPal oder die Tochtermarke Venmo begleichen. Zu den ersten Institutionen, die diesen Service nutzen, gehören unter anderem die Michigan State University, die Texas Tech University und die Butler University.

Ergänzt wird diese Expansion durch eine vertiefte Zusammenarbeit mit Amazon. Wie das Unternehmen vor rund einem Monat mitteilte, wurde die Option „PayPal Ratenzahlung“ für berechtigte Kunden in Deutschland und Österreich auf dem Amazon-Marktplatz eingeführt. Kunden können Einkäufe zwischen 30 und 10.000 Euro in monatliche Raten aufteilen, wobei speziell für Amazon-Nutzer Laufzeiten von bis zu 48 Monaten ermöglicht wurden.

Angehobene Jahresziele und finanzielle Rahmenbedingungen

Die operative Basis für diese Schritte bilden solide Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026, dessen Ergebnisse vor rund einem Monat präsentiert wurden, übertraf PayPal mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Analysten.

In der Folge hob das Management die Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie im Gesamtjahr auf 5,38 US-Dollar an. Zudem plant das Unternehmen für das laufende Jahr Einsparungen in Höhe von 400 Millionen US-Dollar, die langfristig auf 1,5 Milliarden US-Dollar steigen sollen.

Anleger partizipieren zudem direkt am Erfolg: Das Board of Directors hat eine Dividende von 0,14 US-Dollar pro Aktie beschlossen, die am 25. September an die zum Stichtag 4. September eingetragenen Aktionäre ausgezahlt wird.

An der Börse zeigte sich der Wert zuletzt stabil und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 4,0 Prozent. Zum Wochenschluss am Freitag notierte die Aktie bei 52,69 Euro, womit das Papier aktuell rund 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch liegt.

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