Petrobras Aktie: Absichtserklärung mit Pemex für Golf von Mexiko

Petrobras und Pemex vereinbaren Technologiepartnerschaft für Tiefseeförderung. Die Aktie legt zu, während der Konzern auch in grüne Technologien investiert.

Die Kernpunkte:
  • Kooperationsabkommen mit Pemex unterzeichnet
  • Tiefseeförderungs-Know-how gegen Ölzugang
  • Aktie steigt um 1,23 Prozent
  • Grüner Investmentfonds in Planung

Der brasilianische Ölkonzern Petróleo Brasileiro S.A. – kurz Petrobras – hat sich mit dem mexikanischen Staatsriesen Pemex zusammengetan. Das ist keine Übernahme, keine Milliardeninvestition. Aber es könnte der Startschuss für eine neue Phase internationaler Expansion sein.

Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Plus von 1,23 Prozent auf 6,59 Euro. Seit Jahresbeginn liegt sie 32 Prozent im Plus – allerdings auch zehn Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Technologie gegen Öl

Die zwei Staatskonzerne haben eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Laufzeit: zwei Jahre. Der Kern: Petrobras bringt sein Know-how aus der Tiefseeförderung vor Brasiliens Küste mit – Pemex öffnet den Zugang zu eigenen, bislang kaum erschlossenen Tiefwasserfeldern im Golf von Mexiko.

Konzernchefin Magda Chambriard sieht großes Potenzial. Die Erfahrung aus Brasiliens Vorsalz-Formation lasse sich auf Mexikos Tiefsee übertragen. Das Abkommen ist rechtlich nicht bindend. Keine festen Investitionen, kein Joint Venture. Es ist eine Blaupause für mögliche Kooperation – mehr nicht.

Neben der Förderung umfasst die Vereinbarung auch Raffinerie, Petrochemie, Düngemittel und CO₂-Speicherung.

Grüne Wende mit Staatshilfe

Parallel treibt Petrobras die Energiewende voran. Gemeinsam mit der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES und der Innovationsagentur Finep stellt der Konzern einen Investmentfonds auf. Zielvolumen: bis zu 500 Millionen Real.

Das Geld fließt in Startups. Schwerpunkte sind erneuerbare Energien, Biokraftstoffe, Wasserstoff, CO₂-Speicher und E-Mobilität. Das passt zur Unternehmensstrategie: Bis 2030 soll der Anteil der Forschungsausgaben für CO₂-arme Technologien auf 40 Prozent steigen.

Ein weiteres Projekt: Transpetro, die Logistiktochter von Petrobras, investiert 427 Millionen Dollar in den Bau von vier neuen Tankschiffen. Die Tanker sind biofuel-fähig und können Landstrom nutzen. Teil einer Flottenmodernisierung bis 2030.

Der Markt beobachtet genau, wie diese nicht bindenden Abkommen und Entwicklungsprojekte in operative Ergebnisse münden. Der Pakt mit Mexiko öffnet die Tür. Ob Petrobras eintritt, wird sich in den kommenden zwei Jahren zeigen.

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