Petrobras Aktie: Dividende, Strategie, Short-Squeeze?
Der brasilianische Ölkonzern schüttet eine Sonderdividende aus, ändert seine Kraftstoffverteilung und sieht sich trotz eines starken Kursanstiegs mit einem deutlichen Anstieg von Leerverkäufen konfrontiert.

- Sonderdividende von 0,1191 US-Dollar je Aktie
- Umstellung der Kraftstoffverteilung auf Direktverträge
- Kursanstieg von 50 % seit Jahresbeginn
- Massiver Anstieg der Short-Positionen um 42,2 %
Petrobras bewegt sich auf mehreren Schauplätzen gleichzeitig. Der brasilianische Staatskonzern ändert seine Kraftstoffverteilung, schüttet eine Sonderdividende aus — und sieht sich trotz eines beeindruckenden Kursanstiegs mit einem massiven Anstieg der Short-Positionen konfrontiert.
Preispolitik mit Sprengstoff
Im April stellt Petrobras seine Kraftstoffversorgung um: Statt Spotauktionen setzt der Konzern künftig auf direkte Lieferverträge mit Distributoren. Die Raffinerien laufen dabei mit 98,5 % Auslastung — nahe am Maximum. Hintergrund sind anhaltende Spannungen im Nahen Osten, die den globalen Ölmarkt belasten.
Gleichzeitig hält Petrobras die Dieselpreise im Inland stabil und gibt die gestiegenen Weltmarktpreise nicht an Verbraucher weiter. Im brasilianischen Wahljahr soll das die Inflation dämpfen. Marktbeobachter warnen allerdings, dass diese Subventionspolitik die Importmargen unter Druck setzt und mittelfristig zu Versorgungsengpässen führen könnte.
Sonderdividende und Hauptversammlung
Für Aktionäre gibt es eine direkte Ausschüttung: Petrobras hat eine Sonderdividende von 0,1191 US-Dollar je Aktie erklärt. Der Ex-Dividende-Tag ist der 24. April 2026, die Zahlung erfolgt am 28. Mai 2026.
Kurz zuvor, am 16. April, findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen der Jahresabschluss 2025, das Kapitalbudget 2026 sowie Aufsichtsratswahlen. Institutionelle Minderheitsaktionäre — darunter Robeco, Franklin Templeton und Royal London Asset Management — haben eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat nominiert. Das signalisiert, dass die Governance-Diskussion bei Petrobras nicht abgeschlossen ist.
Kursrally trifft auf wachsende Short-Positionen
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 50 % zugelegt und notiert heute mit 7,80 Euro auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Rückenwind liefert der Ölpreis: Brent handelt aktuell bei rund 107,81 US-Dollar je Barrel — ein Anstieg von etwa 51 % innerhalb eines Monats.
Trotzdem haben Leerverkäufer im März massiv aufgestockt. Die Short-Positionen in den US-notierten ADRs sprangen um 42,2 % auf rund 46,8 Millionen Aktien. Ob das als Absicherung gegen geopolitische Risiken zu verstehen ist oder als Wette auf eine Überbewertung, lässt sich nicht eindeutig sagen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,83 bei einem Quartalsumsatz von 23,61 Milliarden US-Dollar gilt die Aktie fundamental weiterhin als günstig bewertet.
Mit der Hauptversammlung am 16. April, der laufenden Preispolitik-Debatte und dem hohen Short-Interesse dürfte Petrobras auch in den kommenden Wochen im Fokus bleiben — auf beiden Seiten des Handels.
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