Petrobras Aktie: Flüssiggas-Skandal eskaliert

Eine umstrittene Flüssiggas-Auktion mit massivem Preisaufschlag führt zu Regierungsintervention, einer Entlassung und einem Aktienkursverlust bei Petrobras.

Die Kernpunkte:
  • Preisauktion mit 117 Prozent Aufschlag
  • Logistikchef nach Skandal entlassen
  • Regulierungsbehörde leitet Inspektionen ein
  • Aktie verliert deutlich an Wert

Eine Flüssiggas-Auktion mit einem Preisaufschlag von 117 Prozent hat Petrobras in eine handfeste Krise gestürzt. Präsident Lula will die Auktion annullieren, die Regulierungsbehörde hat Inspektionen eingeleitet — und der Logistikchef musste seinen Posten räumen.

Die Auktion, die alles ins Rollen brachte

Am 31. März stieg der Preis für eine Gasflasche im Rahmen einer Petrobras-Auktion von 33,37 Real auf 72,77 Real — ein Aufschlag von 117 Prozent gegenüber dem Referenzpreis am Knotenpunkt Duque de Caxias. Da Petrobras zwischen 75 und 90 Prozent des brasilianischen LPG-Marktes kontrolliert, trifft eine solche Preisbewegung Millionen Haushalte direkt.

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Lula erklärte öffentlich, die Auktion sei ohne Wissen des Managements durchgeführt worden — obwohl es klare Anweisung gegeben habe, die Gaspreise trotz gestiegener Weltmarktpreise infolge des Iran-Krieges nicht zu erhöhen. Dennoch lieferte Petrobras die zu hohen Preisen versteigerten Mengen aus, noch während die Annullierungsankündigung lief.

Regulierer, Entlassung, Regierungseinfluss

Brasiliens Erdölbehörde ANP schickte Inspektionsteams in die Raffinerien Duque de Caxias in Rio de Janeiro und Gabriel Passos in Betim. Grundlage ist eine Notverordnung, die der ANP erweiterte Befugnisse zur Untersuchung von Preismissbrauch und ungerechtfertigter Lieferverweigerung einräumt.

Auf Unternehmensebene reagierte der Vorstand am 6. April mit der sofortigen Abberufung von Logistik- und Vermarktungschef Claudio Romeo Schlosser. Einen Tag später übernahm Angélica Laureano den Posten — mit einem Mandat bis April 2027. Ihr bisheriges Ressort Energiewende und Nachhaltigkeit übernimmt übergangsweise Industriechef William França.

Parallel dazu nominierte die Bundesregierung als Mehrheitsaktionärin den Wirtschaftswissenschaftler Guilherme Santos Mello für den Aufsichtsrat — als Nachfolger von Bruno Moretti und mit dem Ziel, ihn auf der Hauptversammlung am 16. April zum Aufsichtsratsvorsitzenden zu wählen. Mello ist derzeit Staatssekretär für Wirtschaftspolitik im Finanzministerium.

Steuer, Subventionen und ein schwieriger Balanceakt

Der LPG-Streit ist eingebettet in eine breitere Auseinandersetzung über Energiepreise in einem Wahljahr. Die brasilianische Regierung hat die Bundessteuern auf Diesel auf null gesenkt, gleichzeitig aber eine Exportsteuer von 12 Prozent auf Rohöl und 50 Prozent auf Dieselexporte eingeführt — Maßnahmen, die Petrobras‘ Exporterlöse belasten.

Die Aktie verlor am Mittwoch rund 7 Prozent. Auf der Hauptversammlung am 16. April stehen neben der endgültigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats auch der Kapitalhaushalt 2026 und die Gewinnverwendung zur Abstimmung — alles unter den Augen einer Regierung, die zunehmend direkt in die Unternehmenspolitik eingreift.

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