Petrobras Aktie: FUP fordert 25 Prozent Ausschüttung
Petrobras schüttet 17,4 Mrd. Real vorab aus, während Gewerkschaften eine Reduzierung der Dividenden und mehr staatliche Kontrolle fordern.

- Vorabausschüttung von 17,4 Milliarden Real
- Gewerkschaft fordert Dividendenbegrenzung auf 25 Prozent
- Fitch senkt Ausblick für lateinamerikanische Unternehmen
- Petrobras-Aktie fällt um 3,77 Prozent
Der brasilianische Mineralölkonzern Petrobras setzt seinen Kurs hoher Aktionärsbeteiligungen fort. Der Verwaltungsrat genehmigte eine Vorabausschüttung in Milliardenhöhe, während gleichzeitig Forderungen nach einer drastischen Kürzung der Dividenden und einer stärkeren staatlichen Einflussnahme laut werden.
Details zur milliardenschweren Vorabausschüttung
Das Gremium gab am gestrigen Dienstag grünes Licht für die Auszahlung von 17,4 Milliarden Real für das laufende Geschäftsjahr 2026. Dies entspricht einem Betrag von rund 1,3481 Real pro Aktie. Die Entscheidung basiert auf der Bilanz zum 30. Juni und folgt der Unternehmensrichtlinie, 45 Prozent des freien Cashflows auszuschütten, solange die Verschuldungskennziffern des Konzerns innerhalb der vorgegebenen Grenzen bleiben.
Die Auszahlung soll in zwei Raten im November und Dezember 2026 erfolgen. Es handelt sich dabei um eine steuerpflichtige Vorabzahlung, die mit der endgültigen Dividende für das Jahr 2026 verrechnet wird, über welche die Aktionäre auf der Hauptversammlung im kommenden Jahr entscheiden. Für Anleger an der New Yorker Börse und der brasilianischen Börse B3 wurden separate Stichtage für den Nachweis der Bezugsberechtigung festgelegt.
Gewerkschaften fordern Kurswechsel und Dividendenkürzung
Parallel zu den Ausschüttungsplänen formiert sich Widerstand gegen die aktuelle Strategie. Die Gewerkschaft FUP legte am Dienstag einen Katalog mit 50 Maßnahmen vor, um Petrobras wieder stärker in ein staatlich gesteuertes Instrument zu transformieren. Ein Kernpunkt der Forderungen ist die Begrenzung der Gewinnausschüttungen auf lediglich 25 Prozent des Nettogewinns.
Zusätzlich verlangen die Arbeitnehmervertreter, dass Petrobras als alleiniger Betreiber im Pre-Salt-Bereich agiert und bereits privatisierte Raffinerien reestatisiert werden. Diese Bestrebungen zielen auf eine Revision der aktuellen Satzung ab, um die staatliche Kontrolle über die strategische Ausrichtung des Energieunternehmens zu festigen.
Analysten warnen vor regionalen Risiken
Das Marktumfeld in Lateinamerika wird derweil kritischer bewertet. Die Ratingagentur Fitch stufte den Ausblick für Unternehmen der Region am heutigen Mittwoch als „verschlechternd“ ein. Besonders die hohen Zinssätze in Brasilien belasten die Konzerne, da die Zinsaufwendungen bei einigen Emittenten zwischen 50 und 75 Prozent des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlingen können.
Neben der Zinslast sieht Fitch Risiken durch bevorstehende Wahlen in Brasilien, Kolumbien und Peru sowie durch die Überprüfung bestehender Handelsabkommen. Auch Governance-Bedenken innerhalb des brasilianischen Marktes fließen in die Bewertung ein.
Die Aktie von Petrobras reagierte am gestrigen Dienstag mit einem Kursrückgang von 3,77 Prozent auf das allgemeine Marktumfeld und schloss bei 7,10 Euro. Trotz dieses Rücksetzers verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 44,90 Prozent.
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