Petrobras Aktie: Rekord mit 2,66 Millionen Barrel

Petrobras beginnt Bohrungen im Äquatorialgürtel und meldet zugleich Produktionsrekord im Vorsalzgebiet. Die Aktie legt zu.

Die Kernpunkte:
  • Erste Bohrung im Block FZA-M-059
  • Umstrittene Erkundung vor Amazonasküste
  • Neuer Förderrekord im Pre-Salt
  • Aktie steigt um 2,6 Prozent

Der brasilianische Staatskonzern Petrobras hat Ende Juni 2026 mit der ersten Erkundungsbohrung im umstrittenen Äquatorialgürtel begonnen. Das Gebiet vor der Amazonasmündung gilt als vielversprechend – und als politisch heikel.

Bohrung nach jahrelangem Tauziehen

Die Bohrung läuft im Block FZA-M-059, rund 175 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Amapá. Petrobras setzt dafür die Bohrinsel NS-42 ein. Die Genehmigung der brasilianischen Umweltbehörde Ibama kam erst nach jahrelangen Prüfungen. Bis August 2026 soll die Erkundung am sogenannten „Morpho“-Brunnen abgeschlossen sein.

Das Unternehmen plant, bis 2030 umgerechnet rund 13 Milliarden Real in die Region zu investieren. Doch der Weg bleibt steinig. Ibama verlangt zusätzliche Daten zum Schutz der Tierwelt und zu Notfallplänen, bevor weitere Bohrungen genehmigt werden.

Der Vorstoß ist nicht unumstritten. Interne Dokumente von Petrobras warnen vor einem Worst-Case-Szenario. Bei einer Ölpest könnte das Rohmaterial die Küste Amapás oder sogar Nachbarländer erreichen. Die Region beherbergt ausgedehnte Korallenriffe, die Umweltschützer durch die Industrie bedroht sehen.

Rekord im Vorfeld

Parallel zur neuen Frontier meldet Petrobras starke Zahlen aus etablierten Feldern. Am 25. Juni erreichte die Produktion im Vorsalzgebiet (Pre-Salt) einen neuen Rekord: 2,66 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Die Gesamtförderung stieg auf 4,65 Millionen Barrel – ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr.

Haupttreiber ist das Búzios-Feld im Santos-Becken. Dort fördert Petrobras mit acht Plattformen täglich 1,1 Millionen Barrel. Elf weitere schwimmende Förderanlagen sind geplant.

Marktreaktion und Ausblick

Die Börse reagierte positiv auf die Nachrichten. Die Petrobras-Aktie legte um 2,60 Prozent auf 6,55 Euro zu. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich aber ein Minus von 5,43 Prozent. Der RSI von 40,2 signalisiert eine abgekühlte Stimmung. Der Kurs liegt unter der 50-Tage-Linie von 7,31 Euro, aber klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 6,14 Euro.

Petrobras diversifiziert derweil sein Geschäft. Im Juni vereinbarte das Unternehmen eine Partnerschaft mit der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES zur Erforschung kritischer Rohstoffe für die Energiewende. Zudem prüft Petrobras mit dem mexikanischen Staatskonzern Pemex eine Zusammenarbeit bei Vorsalz-Projekten im Golf von Mexiko.

Kurz gesagt: Petrobras knackt Produktionsrekorde und wagt sich in neues Terrain. Ob sich das politische Risiko vor der Amazonasmündung auszahlt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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