Petrobras Aktie: Vereinbart LNG-Bezug mit Cheniere
Petrobras kombiniert Raffineriearbeiten mit einem neuen Offshore-Fund, höheren Kerosinpreisen und einem langfristigen LNG-Vertrag.

- Repar-Wartung bis November geplant
- Weiteres ölführendes Intervall vor Amapá entdeckt
- Flugkerosin-Abgabepreis um 11,8 Prozent erhöht
- LNG-Vertrag über 22 Jahre vereinbart
Beim brasilianischen Energiekonzern Petrobras greifen operative Weichenstellungen und Explorationsaktivitäten ineinander. Am heutigen Montag beginnen planmäßige Wartungsarbeiten an der Raffinerie Presidente Getúlio Vargas (Repar). Der Staatskonzern veranschlagt für die Maßnahme ein Volumen von rund 800 Millionen R$. In der Spitze sollen etwa 6.000 Arbeitskräfte mobilisiert werden, um die Arbeiten bis in die zweite Novemberhälfte abzuschließen.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 8,27 Euro. Damit trennen den Titel lediglich 1,2 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch von 8,36 Euro, das am selben Tag markiert wurde. Das Interesse der Anleger speist sich derzeit aus Fortschritten in mehreren Sparten des Konzerns.
Tiefsee-Erfolg vor Amapá
Parallel zum Raffineriebetrieb meldete Petrobras am Freitag neue Erkenntnisse aus der Exploration vor der brasilianischen Küste. Im Block FZA-M-59 stieß das Unternehmen in der Bohrung Morpho auf ein weiteres ölführendes Intervall. Die Bohrung befindet sich im Bundesstaat Amapá bei einer Wassertiefe von 2.886 Metern.
Angaben zu förderbaren Ressourcenmengen oder einer wirtschaftlichen Bewertung machte der Konzern bei der Veröffentlichung über die Nachrichtenagentur Reuters bisher nicht. Der Fund unterstreicht jedoch die strategische Bedeutung des Äquatorialen Rands für Petrobras, wo das Unternehmen neue Reserven erschließen will.
Anpassung der Kraftstoffpreise
Auch auf der Erlösseite stellt sich das Management auf veränderte Rahmenbedingungen ein. Zum 1. Oktober hob der Konzern den durchschnittlichen Abgabepreis für Flugkerosin an Großhändler um 11,8 Prozent an. Der Literpreis stieg im Vergleich zum Vormonat September um 0,66 R$.
Petrobras begründete diesen Schritt mit gestiegenen internationalen Notierungen für Flugtreibstoff, die durch erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten angetrieben wurden. Die Weitergabe höherer Weltmarktpreise sichert dem Unternehmen operative Margen im Raffineriegeschäft, während gleichzeitig Großprojekte anstehen.
Langfristige Gaslieferungen und Analystenvotum
Auf der Beschaffungsseite setzt der Konzern parallel auf langfristige Liefervereinbarungen. Am 29. September vereinbarte Petrobras mit Cheniere Marketing den Bezug von jährlich rund 0,8 Millionen Tonnen verflüssigtem Erdgas (LNG). Der Kontrakt läuft über eine Spanne von 22 Jahren auf Basis einer FOB-Lieferung.
Die jüngsten operativen Schritte fanden auch bei Beobachtern Beachtung. Die Schweizer Großbank UBS hob am 29. September ihr Kursziel für Petrobras von 22 US$ auf 23 US$ an und bestätigte ihre Einstufung mit „Buy“. Damit verknüpfen sich bei dem brasilianischen Ölkonzern Wartungsstillstände an Land mit langfristigen Rohstoffverträgen und Offshore-Funden.
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