Pfeifen im Wald? K+S präsentiert Umfrageergebnisse zur Potash-Offerte

So kann man Umfrageergebnisse natürlich auch interpretieren: Das Management von K+S sieht sich in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Übernahmeangebot der kanadischen Potash durch die nun veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage und den K+S-Privatanlegern bestätigt. Doch welche Aussagekraft hat dieses Stimmungsbild? Reicht das, um eine erfolgreiche Abwehr zu organisieren?

 

© K+S
© K+S

Die Prozentzahlen, die der Düngemittel-Produzent K+S heute in der Auswertung einer Aktionärsbefragung präsentierte, lassen auf den ersten Blick an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Von den Anlegern, die ihre Fragbögen zurückschickten, sprachen sich 84% für eine Ablehnung des aktuellen Angebots aus. Selbst wenn Potash erhöhen würde, würden vorerst nur rund 28% der antwortenden Privatanleger der neuen Offerte eventuell zustimmen. 43% würden vor einer eigenen Entscheidung die Stellungnahme des Managements abwarten.

 

K+S bekommt Unterstützung, doch wie viel ist die wert?

Das ist durchaus als starker Vertrauensbeweis an Vorstand und Aufsichtsrat zu sehen. Zu Recht auch, da beide Gremien dafür sorgten, dass der Konzern in den vergangenen Jahren trotz eines zum Teil extrem schwierigen Branchenumfeldes weiterhin solide dastand und auch über interessante Wachstumsperspektiven verfügt. Jedoch:

Realistisch eingeschätzt sind die Privatanleger aber keine Macht, auf die K+S eine Abwehrstrategie bauen könnte. Und auch die Befragungsergebnisse lassen allenfalls ein temporäres Stimmungsbild erahnen. Denn Tatsache ist auch: Die Privatanleger, denen die Fragebögen zugeschickt wurden, repräsentieren nur rund 30% des Aktienkapitals. Die überwiegende Mehrheit liegt bei institutionellen Kunden und die haben regelmäßig gänzlich andere Interessen.

 

Ein Trend ja, eine Verteidigungslinie nein

Hinzu kommt: Von den rund 140.000 angeschriebenen Aktionären haben nur rund 28% (bzw. 39.000) tatsächlich geantwortet. Davon wie gesagt 84% mit ihrer Zustimmung der Ablehnung. Wenn man das man runterbricht, hat aktuell also gerade einmal gute 7% des Aktienkapitals die Übernahme zu aktuellen Konditionen abgelehnt. Das kann einen gewissen Trend beschreiben, aber kaum abschreckend für Potash wirken.

Fazit Es ist keine Überraschung. Ob Potash zum Zuge kommen wird, hängt von den institutionellen Anlegern ab. Denen werden die angebotenen 41 Euro je Aktie derzeit sicherlich noch nicht reichen. Aber wir hatten ja schon ein mögliches Szenario skizziert, wie es am Ende doch klappen könnte. Das hat nach wie vor Bestand.

%d Bloggern gefällt das: