Pfeiffer Vacuum bringt sich gegen Großaktionär in Stellung

Nachdem die Übernahme von Pfeiffer Vacuum durch Großaktionär Busch nun abgeschmettert ist, buhlt der Konzern um die Unterstützung der Aktionäre. Die Dividende soll sich um 40 Cent auf 3,60 Euro erhöhen.

Das Unternehmen Busch Vakuumpumpen war im Herbst 2015 bei Pfeiffer Vacuum eingestiegen. Dann hatte man seinen Anteil auf 29,98 % aufgestockt und ein Übernahmeangebot von 96,20 Euro je Aktie offeriert. Dieses Angebot lockte zwar nur wenige Anleger, trotzdem konnte Busch hiermit die 30-%-Hürde überspringen. Nachdem Pfeiffer Vacuum allerdings zu einer außerordentlichen HV eingeladen hatte, blies Busch überraschend die Übernahme ab mit der Begründung, dass damit eine der Angebotsbedingungen nicht erfüllt sei.

Nun kündigte Pfeiffer Vacuum höhere Umsätze und Ergebnisse sowie eine mögliche Übernahme durch kleinere Konkurrenten an. Vorstandschef Manfred Bender sagte hierzu: „Wir wollen Pfeiffer Vacuum weiterentwickeln und unseren Aktionären eine langfristige Perspektive bieten.“ Dies kam an der Börse gut an, denn die Aktie aus dem TecDAX kletterte am Donnerstag auf ein neues 17-Monats-Hoch.

Pfeiffer Vacuum ruft zur Teilnahme an der HV auf

Chef Bender rief am Donnerstag alle Pfeiffer Vacuum-Aktionäre dazu auf, an der Hauptversammlung am 23. Mai teilzunehmen, um noch weitere mögliche Eingriffe des Großaktionärs Busch abzuwehren. Denn nur wenn eine möglichst hohe Zahl von Anteilseignern anwesend sei, könnten Vorstand und Aufsichtsrat eine neue Strategie umsetzen.

„Auch wenn das Angebot von Busch vorerst vom Tisch ist, muss es nach wie vor unsere Sorge sein, dass Busch seinen Anteil von derzeit knapp unter 30 % dazu nutzt, um wesentliche Entscheidungen gegen das Interesse der verbleibenden 70 % unserer Aktionäre durchzusetzen. Wir sind jetzt frei in der Entscheidung und haben alle Möglichkeiten, “ merkte Bender weiterhin an.

Höhere Dividende

Für das vergangene Jahr will der Vakuumpumpen-Hersteller seine Aktionäre mit einer erhöhten Dividende belohnen (3,60 Euro ein Plus von 40 Cent). Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5 % auf 474,2 Mio. Euro und das Ebit sogar um fast 12 % auf 68 Mio. Euro. Unterm Strich standen netto standen 47 Mio. Euro in den Büchern.

In 2017 sollen Umsatz und Ergebnis weiterhin deutlich steigen: Aktuell liegt der Umsatz bereits rund 20 % über dem des Vorjahres und auch für 2018 zeigte sich der Vorstand zuversichtlich. Unter anderem soll das Geschäft in den USA und Asien ausgebaut werden.

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