PFISTERER Aktie: 26,7 Prozent Umsatzsprung im Q1
Pfisterer verdreifacht Fertigungskapazität in Tschechien und verzeichnet dank hoher Nachfrage ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum im ersten Quartal.

- Produktionsfläche in Tschechien deutlich ausgebaut
- Umsatzplus von 26,7 Prozent im Auftaktquartal
- Patent für HVDC-Steckverbinder-Technologie erhalten
- Aufträge für Offshore-Windparks Nordlicht gesichert
Anfang August gab Pfisterer eine signifikante Erweiterung seiner tschechischen Standorte bekannt. Durch den Erwerb von rund 46.000 Quadratmetern zusätzlicher Industriefläche in Kadaň stellt der Spezialist für Energietechnik die Weichen für einen massiven Ausbau seiner Fertigung.
Zusammen mit den bereits im Vorjahr gesicherten Flächen im Gewerbepark Královský Vrch von etwa 50.000 Quadratmetern plant das Unternehmen eine Verdreifachung seiner dortigen Produktionskapazität.
Kapazitätssprung am Standort Kadaň
Laut Medienberichten ermöglicht die Expansion eine sofortige Steigerung der Nutzfläche um 5.000 Quadratmeter durch die Übernahme bereits bestehender Gebäude. In den kommenden Jahren ist zudem die Errichtung weiterer Produktionshallen vorgesehen. Diese Maßnahmen sind Teil einer langfristigen Strategie, um der steigenden Nachfrage im Bereich der Energieinfrastruktur gerecht zu werden.
Das operative Fundament für diesen Investitionskurs legte ein starkes Auftaktquartal des laufenden Jahres. Pfisterer zufolge kletterte der Konzernumsatz in diesem Zeitraum um 26,7 Prozent auf 126,9 Millionen Euro. Parallel dazu verbesserte sich die Profitabilität deutlich: Das bereinigte EBITDA stieg um 32,1 Prozent auf 27,7 Millionen Euro, was einer bereinigten EBITDA-Marge von 21,8 Prozent entspricht.
Technologischer Vorsprung und Großprojekte
Die Marktposition des Unternehmens wird zudem durch technologische Innovationen untermauert. Anfang Juni erhielt Pfisterer vom Deutschen Patent- und Markenamt ein Patent für eine spezielle HVDC-Steckverbinder-Technologie. Diese Entwicklung ist für Hochspannungs-Gleichstrom-Anwendungen konzipiert und umfasst unter anderem Kabelverbinder für Konverterstationen sowie Freiluftendverschlüsse.
Ergänzend zu den technischen Erfolgen sicherte sich der Konzern bedeutende Aufträge bei Großprojekten der Energiewende. So verantwortet das Unternehmen die elektrische Anschlusstechnik für die Offshore-Windparks Nordlicht I und II. Bei diesen Projekten, die zu den größten ihrer Art in Deutschland zählen, stellt Pfisterer die sicheren Verbindungen zwischen den Windturbinen und dem Seekabelnetz her.
Bilanzielle Stabilität und Ausblick
Auf der Hauptversammlung im Juni wurde die Wachstumsstrategie von den Aktionären bestätigt und eine Dividende von 0,85 Euro je Aktie beschlossen. Die Ertragslage hatte sich zuvor im ersten Quartal mit einem Anstieg des Nettogewinns um 57,7 Prozent auf 18,5 Millionen Euro positiv entwickelt. Zum Ende des Berichtszeitraums am 31. März wies das Unternehmen zudem einen Auftragsbestand von 335,8 Millionen Euro aus.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum von mindestens 12 Prozent in Aussicht und erwartet ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz von über eins. Die finanzielle Basis für dieses Wachstum gilt als solide.
Zum Jahreswechsel verfügte der Konzern über eine Eigenkapitalquote von 57,8 Prozent und eine Nettoliquidität von 19,2 Millionen Euro, nachdem die Investitionen im Vorjahr bereits auf 38,8 Millionen Euro gesteigert worden waren.
Trotz koordinierter Insider-Verkäufe von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern im Mai, die teilweise im Rahmen von Management-Beteiligungsprogrammen erfolgten, zeigt die Aktie eine positive Tendenz. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 81,20 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein Plus von 6,3 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich der Kurszuwachs sogar auf 31 Prozent.
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