PFISTERER Aktie: EPS 1,11 Euro übertrifft Schätzung deutlich
PFISTERER meldet Rekordhalbjahr mit 76% Gewinnplus, doch die Aktie verliert wöchentlich 11%. Hoher Auftragsbestand sichert Auslastung bis 2027.

- Umsatzplus von 20 Prozent
- Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
- Auftragsbestand reicht bis 2027
- Aktie trotzdem im Wochenminus
PFISTERER legt die stärksten Halbjahreszahlen ihrer jüngeren Geschichte vor. Der Nettogewinn springt um 76 Prozent nach oben. Der Aktienkurs reagiert darauf nur verhalten und liegt binnen einer Woche sogar elf Prozent im Minus.
Umsatz und Gewinn ziehen deutlich an
Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr 2026 um 20,2 Prozent auf 256,7 Millionen Euro.
Das bereinigte EBITDA wuchs überproportional auf 52,4 Millionen Euro, nach 39,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Marge verbesserte sich auf 20,4 Prozent – alle Produktsegmente trugen dazu bei.
Noch deutlicher fiel der Sprung beim Periodenergebnis aus. Es stieg um 75,9 Prozent auf 38,3 Millionen Euro. Höhere Umsatzerlöse bei stabiler Bruttomarge trieben den Gewinn.
Das zweite Quartal lieferte für sich genommen einen Rekord. Der Umsatz kletterte auf 129,8 Millionen Euro, nach 113,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Das bereinigte EBITDA stieg von 18,5 auf 24,7 Millionen Euro. Der Quartalsgewinn verdoppelte sich fast auf 19,8 Millionen Euro.
Beim Gewinn je Aktie übertraf PFISTERER die Erwartungen der Analysten deutlich. Das EPS lag bei 1,11 Euro, geschätzt waren nur 0,86 Euro.
Vorstandssprecher Johannes Linden verwies vor allem auf Europa: „Besonders Europa entwickelte sich stark und leistete den größten Beitrag zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns.“ Das Unternehmen erweitere zugleich Kapazitäten, investiere in Technologie und stärke seine internationale Aufstellung, so Linden weiter.
Auftragsbestand sichert Sichtbarkeit bis 2027
Der Auftragseingang normalisierte sich nach starken Vorperioden und sank auf 263,0 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Ratio blieb dennoch über 1 – die neuen Bestellungen übertrafen den Halbjahresumsatz.
Der Auftragsbestand wuchs derweil auf 340,3 Millionen Euro, nach 312,5 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Nach Unternehmensangaben reicht er bereits bis 2027.
Regional bleibt Europa der wichtigste Wachstumstreiber. In der Region Europa und Afrika stiegen die Erlöse von 115,8 auf 140,3 Millionen Euro.
Das EBITDA der Region kletterte parallel von 18,7 auf 28,5 Millionen Euro.
Kapazitätsausbau und unveränderte Mittelfristziele
PFISTERER baut parallel seine Kapazitäten aus. In Winterbach entsteht ein neues HVDC-Qualifizierungszentrum. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Zusätzlich erweitert das Unternehmen die Produktionskapazitäten für Kabelverbindungssysteme. Betroffen sind Standorte in Deutschland, den USA und Tschechien. Die Mittelfristprognose für 2030 bleibt dabei unverändert.
Kursreaktion fällt verhalten aus
Trotz der starken Zahlen bleibt der Kurs unter Druck. Die Aktie notiert bei 73,00 Euro und legt am heutigen Handelstag um 1,5 Prozent zu.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 11 Prozent zu Buche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 114,60 Euro trennen die Aktie inzwischen 36 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nach der Rekordmarke im Mai vorsichtiger geworden sind.
Für die kommenden Quartale bleibt der hohe Auftragsbestand die zentrale Stütze. Er reicht nach Unternehmensangaben bereits bis 2027. Ob PFISTERER daraus weiteres Umsatzwachstum macht, entscheidet sich auch am Fortschritt des HVDC-Zentrums in Winterbach, das im ersten Halbjahr 2027 starten soll.
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