Pfizer Aktie: Guggenheim gegen Citi?

Studienerfolg und erweiterte Zulassung stärken Pfizers Krebsportfolio; Gesamtüberlebensdaten bleiben unreif, die Quartalszahlen folgen am 3. November.

Die Kernpunkte:
  • Guggenheim bekräftigt Kaufempfehlung für Pfizer
  • Citi hält an neutraler Einschätzung fest
  • ELREXFIO-Studie erreicht primären Endpunkt
  • FDA erweitert TALZENNA-Zulassung mit XTANDI

Guggenheim hat seine Kaufempfehlung für Pfizer gestern bekräftigt. Die Einschätzung folgt auf positive Nachrichten aus dem Krebsmedikamentengeschäft. Ein einheitlich optimistisches Analystenbild ergibt sich daraus allerdings nicht: Citi hatte am Dienstag seine Halteempfehlung bestätigt. Damit stehen sich unterschiedliche Anlageurteile gegenüber, bevor Pfizer seine nächsten Quartalszahlen vorlegt.

Kaufempfehlung trifft auf Zurückhaltung

Medienberichten zufolge bestätigte Guggenheim-Analyst Vamil Divan gestern seine Kaufempfehlung und setzte das Kursziel auf 31,00 $. Citi-Analyst Geoff Meacham bekräftigte am Dienstag dagegen seine Halteempfehlung mit einem Ziel von 27,00 $.

Die beiden Häuser unterscheiden sich damit sowohl beim Anlageurteil als auch bei der Zielmarke. Eine Begründung für die jeweiligen Einschätzungen lässt sich daraus nicht ableiten. Insbesondere sollten Anleger die Empfehlungen nicht automatisch als Bewertung der einzelnen Medikamentennachrichten verstehen.

Den nächsten gemeinsamen Prüfstein bilden die Geschäftszahlen. Pfizer will seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 3. November vor Börsenbeginn veröffentlichen. Dann lässt sich die jüngste Nachrichtenlage auch anhand der finanziellen Entwicklung einordnen.

Krebsmedikamente liefern positive Nachrichten

Pfizer meldete am Dienstag einen Erfolg der Phase-3-Studie MagnetisMM-32 mit ELREXFIO. Die Untersuchung bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom erreichte nach Unternehmensangaben ihren primären Endpunkt beim progressionsfreien Überleben.

Der Erfolg ist allerdings klar abzugrenzen: Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht ausgereift. Das Erreichen des primären Endpunkts darf daher nicht mit einem bereits belegten Vorteil beim Gesamtüberleben gleichgesetzt werden. Für die Bewertung der Studiennachricht ist diese Unterscheidung wesentlich.

Bereits am Montag hatte Pfizer eine erweiterte FDA-Zulassung für TALZENNA in Kombination mit XTANDI gemeldet. Sie betrifft Männer mit metastasiertem Prostatakrebs und HRR-Genmutationen in einer früheren Behandlungssituation.

Damit liegen sowohl ein positives Studienergebnis als auch eine Zulassungserweiterung vor. Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Fortschritte: Das Studienergebnis betrifft ELREXFIO, die regulatorische Entscheidung dagegen die Kombination aus TALZENNA und XTANDI.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Für Anleger ergibt sich ein differenziertes Bild: Pfizer hat konkrete Fortschritte bei Krebsmedikamenten gemeldet, während die beiden jüngsten Analystenurteile auseinanderliegen. Die positive Studienmeldung beseitigt zudem nicht den Vorbehalt bei den noch unreifen Überlebensdaten.

Die anstehenden Quartalszahlen rücken deshalb die finanzielle Entwicklung in den Mittelpunkt. Medikamentenfortschritte und Geschäftsergebnisse müssen dabei getrennt bewertet werden. Aus den jüngsten Studien- und Zulassungsnachrichten allein folgt noch keine Aussage über Umsatz oder Gewinn.

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