Pfizer Aktie: Gute Zahlen, müder Kurs

Pfizer übertraf im dritten Quartal die Analystenschätzungen und erhöhte die Jahresziele; der Aktienkurs gab zeitweise nach.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie über Analystenschätzungen
  • Umsatzprognose auf 62 bis 64 Milliarden Dollar angehoben
  • Sparziel bis Ende 2026: 7,2 Milliarden Dollar
  • Acht Phase-3-Studien seit August gestartet

Pfizer liefert im dritten Quartal ab und hebt die Prognose an. Die Aktie dreht trotzdem ins Minus. Der Markt scheint die gute Nachricht längst eingepreist zu haben.

Zahlen und Prognose

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,87 Dollar, erwartet hatten Analysten 0,73 Dollar. Der Umsatz erreichte rund 16,6 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Schätzungen. Ohne die Covid-Produkte wäre der Erlös um sieben Prozent gestiegen. Neue und zugekaufte Medikamente steuerten 3,8 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 32 Prozent.

Der Vorstand erhöht die Jahresziele. Der Umsatz soll nun 62 bis 64 Milliarden Dollar erreichen, im Sommer lag die Spanne noch bei 60,5 bis 62,5 Milliarden.

Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 2,95 bis 3,05 Dollar liegen, zuvor waren es 2,80 bis 3,00 Dollar. Die Anhebung verkraftet bereits eine Belastung von rund zehn Cent je Aktie durch den Innovent-Deal.

Das Sparprogramm läuft nach Plan. Bis Ende 2026 will Pfizer netto 7,2 Milliarden Dollar einsparen, die bereinigte operative Marge lag im Quartal bei 36 Prozent. Eine zweite Phase soll von 2027 bis 2029 weitere 2,5 Milliarden Dollar bringen. Aktienrückkäufe sind für 2026 nicht eingeplant.

Warum der Kurs nicht abhebt

Zeitweise notierte die Aktie im NYSE-Handel mit einem Minus von gut einem Prozent bei etwa 30,30 Dollar. Am Nachmittag lag sie noch deutlich im Plus. Der Kurs bewegt sich nahe dem Jahreshoch und ist auf Sicht von drei Monaten um gut 21 Prozent gestiegen.

Dazu kommt: Gewinnübertreffer sind bei Pfizer fast zur Routine geworden. Das vierte Quartal in Folge schlägt der Konzern die Erwartungen, die Kursreaktionen fielen zuletzt aber klein aus. Der Blick richtet sich auf die Zeit danach.

Der Konsens sieht den Gewinn je Aktie von 2,96 Dollar in diesem Jahr auf 2,48 Dollar im Jahr 2028 sinken, der Umsatz soll deutlich schrumpfen. Ursache ist der Verlust des Patentschutzes bei wichtigen Produkten. Die Gewinnschätzungen sind auf Sicht von 90 Tagen um gut sieben Prozent gefallen.

Offen blieb in der Telefonkonferenz, ob Pfizer auf einen großen Zukauf setzt. Auf die entsprechende Analystenfrage verwies der Finanzchef auf bestehende Deals wie Seagen und Metsera, eine Zusage gab er nicht.

Der nächste Test

Mitte Dezember legt Pfizer die Prognose für 2027 vor. Der Konsens erwartet dafür einen Umsatz von rund 59,8 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,90 Dollar. Die Zahlen für das vierte Quartal folgen später, erwartet werden 0,71 Dollar je Aktie. Parallel dazu treibt der Konzern die Pipeline voran: Acht neue Phase-3-Studien sind seit August gestartet, der Lyme-Impfstoffkandidat geht in die Zulassung.

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