Pfizer Aktie: Trispezifischer Antikörper überzeugt
Der Antikörper übertraf Placebo bei Hautverbesserung und Hautklarheit; drei Phase-3-Studien sind bereits angelaufen.

- Primäres Studienziel in allen Dosierungen erreicht
- Hautverbesserung übertraf die Placebo-Ergebnisse
- Keine wirkstoffbedingten schweren Nebenwirkungen beobachtet
- Drei Phase-3-Studien bereits gestartet
Pfizer hat auf dem Dermatologie-Kongress EADV in Wien detaillierte Phase-2-Daten zu Tilrekimig vorgelegt. Der Wirkstoff, ein potenziell erster trispezifischer Antikörper seiner Art, erreichte bei Neurodermitis den primären Endpunkt über alle getesteten Dosierungen hinweg. Für die Immunologie-Pipeline des Konzerns ist das ein wichtiger Zwischenschritt.
Deutlicher Abstand zu Placebo
Tilrekimig blockiert gleichzeitig die Botenstoffe IL-4, IL-13 und TSLP und greift damit an mehreren Stellen der Typ-2-Entzündung an. Die Halbwertszeit von etwa 37 Tagen soll eine monatliche Gabe ermöglichen.
Im ersten Studienabschnitt erreichten 62,5 Prozent der Patienten unter 450 Milligramm alle zwei Wochen eine Verbesserung des Hautbefunds um mindestens 75 Prozent (EASI-75).
In der Placebogruppe waren es 19,9 Prozent. Im zweiten Abschnitt, mit Gabe alle vier Wochen, lagen die Werte je nach Dosis zwischen 47,8 und 61,0 Prozent, gegenüber 9,1 Prozent unter Placebo.
Auch beim wichtigen Nebenendpunkt, klarer oder fast klarer Haut, schnitt der Wirkstoff besser ab. Bei den Vierwochen-Dosen erreichten 26 bis 27 Prozent der Patienten dieses Ziel, unter Placebo kein einziger. Die Juckreizreduktion, eine explorative Auswertung, fiel in den mittleren Dosisgruppen ebenfalls deutlich aus.
Verträglichkeit und nächste Schritte
Pfizer spricht von einer guten Verträglichkeit ohne dosisabhängige Sicherheitssignale. Schwerwiegende, auf den Wirkstoff zurückgeführte Nebenwirkungen traten in beiden Abschnitten nicht auf. Bindehautentzündungen und Reaktionen an der Einstichstelle lagen bis 400 Milligramm alle vier Wochen auf Placebo-Niveau und unter den Raten, die für IL-4-Rezeptor-Hemmer berichtet wurden.
Allerdings gilt es, die Daten einzuordnen. Die Studie läuft noch, die Ergebnisse stammen aus Patienten ohne Vorbehandlung mit Biologika. Zudem lag die Rate unerwünschter Ereignisse im Stage-1-Arm mit 46,7 Prozent höher als unter Placebo mit 28,9 Prozent.
Die Zulassungsstudien laufen bereits. Drei Phase-3-Studien sind angelaufen, zwei bei Neurodermitis, davon eine mit Dupilumab als aktivem Vergleichspräparat, eine bei Asthma. Bei COPD läuft eine Phase-2b/3-Studie.
Parallel zeigt Pfizer in Wien mehr als 30 Abstracts aus der Dermatologie. Dazu zählen Phase-3-Daten zu Litfulo bei nicht-segmentalem Vitiligo und Fünf-Jahres-Daten bei kreisrundem Haarausfall. Der direkte Vergleich mit Dupilumab in der Phase-3-Studie wird zeigen, ob Tilrekimig den Anspruch einlöst, über die heutigen Standard-Biologika hinauszugehen.
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