Philip Morris Aktie: ZYN-Gewinn achtmal höher
Philip Morris übertrifft Erwartungen dank ZYN-Nikotinbeuteln. Der Konzern peilt 2030 über zwei Drittel Umsatz mit rauchfreien Produkten an.

- ZYN-Nikotinbeutel mit achtfachem Bruttogewinn
- EPS-Prognose für Q3 bis 2,25 Dollar
- Aktie seit Jahresbeginn um 20 Prozent gestiegen
- Barclays erhöht Kursziel auf 225 Dollar
Philip Morris International (PMI) forciert den strategischen Wandel weg von der klassischen Zigarette hin zu risikoreduzierten Alternativen. Insbesondere die Nikotinbeutel-Marke ZYN entwickelt sich dabei zu einem außergewöhnlich profitablen Pfeiler des Portfolios.
Branchenanalysen zufolge erwirtschaftet der Konzern mit diesen Produkten in den USA pro Einheit einen Bruttogewinn, der das Achtfache des Niveaus internationaler Zigaretten erreicht. Bis zum Jahr 2030 strebt das Unternehmen an, mehr als zwei Drittel seines Nettoumsatzes mit rauchfreien Produkten zu erzielen.
Rekordgewinne und angehobene Ziele
Die finanziellen Ergebnisse untermauern diesen Expansionskurs. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS) von 2,20 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 2,05 US-Dollar deutlich.
Der Quartalsumsatz stieg zweistellig auf 11,19 Milliarden US-Dollar. Angesichts der starken Dynamik blickt das Management optimistisch auf die kommenden Monate und rechnet für das nächste Quartal mit einem Gewinn je Aktie von bis zu 2,25 US-Dollar.
An der Börse wird die Entwicklung mit deutlichen Kurszuwächsen quittiert: Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 20 Prozent zulegen. Aktuell notiert die Aktie bei 163,70 Euro. Trotz der stabilen Aufwärtsbewegung besteht weiterhin Spielraum nach oben, da das Papier derzeit rund 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.
Strategische Transformation und Marktakzeptanz
Seit 2008 investierte der Konzern rund 16 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung und Vermarktung rauchfreier Technologien. Im ersten Halbjahr dieses Jahres stammten bereits 42 Prozent des Nettoumsatzes aus diesem Bereich, wobei die Produkte in über hundert Märkten weltweit präsent sind.
Die Zahl der erwachsenen Nutzer wird mittlerweile auf rund 43 Millionen beziffert. Um die Marktpräsenz in den USA kulturell zu verankern, kündigte das Unternehmen gestern die „ZYN America250 Art Series“ an, bei der namhafte Künstler limitierte Accessoires für die Marke gestalten.
Während das Geschäft floriert, bleibt die regulatorische Beobachtung ein relevanter Faktor für Anleger. Während einige europäische Länder wie Frankreich bereits Verbote für bestimmte Beutel-Produkte ausgesprochen haben, fehlen in rund 160 Ländern weltweit noch spezifische Regulierungen für diese neue Produktkategorie.
Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial
Das Interesse institutioneller Investoren an dem defensiven Titel bleibt ungebrochen hoch. Im zweiten Quartal meldeten unter anderem die Johnson Financial Group und E Fund Management den Aufbau neuer Positionen in ihren Portfolios. Auch die Einschätzungen der Bankhäuser fallen überwiegend positiv aus und unterstreichen die Rolle von Philip Morris als attraktiven Dividendenzahler mit einer aktuellen Rendite von 3,1 Prozent.
Gaurav Jain von Barclays erhöhte das Kursziel für die Aktie von 205 auf 225 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Die Analysten verwiesen dabei auf die übertroffenen Erwartungen und die angehobene Prognose für das Gesamtjahr. Matthew Smith vom Analysehaus Stifel passte sein Ziel zeitgleich nach oben an und sieht den fairen Wert des Papiers nun bei 205 US-Dollar. Im Konsens wird die Aktie weiterhin mit „Moderate Buy“ bewertet.
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