Philips: Aktie nach Zahlen unter Druck

Der Elektronikkonzern Philips konnte mit Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal dieses Geschäftsjahres die Erwartungen der Analysten übertreffen. Insgesamt stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um ein Fünftel auf 570 Mio. Euro.

 

© Philips
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Positiv auf das Ergebnis wirkten sich neben dem Umsatzanstieg auch Kostensenkungen aus. Unter dem Strich stieg der Erlös um 12% auf 5,84 Mrd. Euro, wobei ein Großteil hieraus dem schwachen Euro zu verdanken war. Ließe man die Effekte aus Währungsumrechnungen und Zukäufen außer Acht, hätte das Umsatzplus bei 2% gelegen.

 

Lichtsparten-Verkauf in Gefahr

Philips steckt derzeit mitten im Umbau. Künftig will sich der Konzern noch stärker auf den Bereich Medizintechnik ausrichten und sich dafür von der Lichtsparte trennen. Ende März hatte der Vorstand angekündigt, die 80,1% Sparte Lumileds (LED- und Autolicht-Bauteile) an ein Konsortium um den chinesischen Finanzinvetor GO Scale Capital verkaufen zu wollen. Die restlichen Anteile wollte man behalten.

Insgesamt wurde diese Sparte bei der Transaktion mit 3,3 Mrd. Dollar bewertet. Philips versprach sich von dem Verkauf der Mehrheit einen Bruttoerlös von ca. 2,8 Mrd. Dollar. Dieses Vorhaben scheint nun jedoch in Gefahr zu sein.

So sollen US-Aufsichtsbehörden nun überraschend Bedenken hinsichtlich dieser Transaktion geäußert haben. Damit gerät Philips, die den Abschluss eigentlich bis Ende September erwartet hatten, unter Zugzwang. Wie der Konzern mitteilte, will man zusammen mit GO Scale Capital nun alles tun, um die Bedenken der US-Behörde auszuräumen. Ob man damit jedoch Erfolg hat, steht in den Sternen.

 

Aktie von Philips gerät unter Druck

Diese Nachricht sorgte unter den Markteilnehmern für Unsicherheit. Die Aktie von Philips konnte sich in den letzten Wochen wieder deutlich erholen. Zum heutigen Börsenbeginn ging es jedoch um ca. 3% mit den Papieren abwärts. Lag die Aktie am vergangenen Freitag noch bei knapp 24 Euro, sind es aktuell 23,27 Euro.

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Da halfen dann auch die sehr guten Ergebnisse für das 3. Quartal nicht, um das Niveau der letzten Woche aufrecht zu erhalten. Hier muss sich erst zeigen, ob die Bedenken der US-Behörde ausgeräumt werden können.

Unabhängig davon haben die Experten von Goldman Sachs die Aktie von Philips erst kürzlich auf der „Conviction Buy List“ mit einem Kursziel von 35,50 Euro belassen. Zwar kürzten die Experten für die Branchenvertreter ihre Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2015 bis 2017 aufgrund stärker zurückgehender Investitionen im Industrie Sektor. In Philips sehen die Analysten jedoch den attraktivsten Wert.

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