Planet Labs: 47,93 Prozent Minus vor SpaceX-IPO

Der Börsengang von SpaceX entzieht Planet Labs massiv Kapital. Die Aktie verliert im Monat fast 48 Prozent und durchbricht wichtige technische Marken.

Die Kernpunkte:
  • SpaceX-IPO saugt Kapital aus dem Sektor
  • Monatsverlust von fast 48 Prozent
  • Gewinn verfehlt Analystenerwartungen deutlich
  • Neue Pelican-Satelliten zeigen vielversprechende Bilder

Ein Ereignis dominiert derzeit den Raumfahrtsektor: Die SpaceX-IPO am 25. Juni. Für Planet Labs wird das zum Problem. Anleger verkaufen massiv, um beim Börsendebüt des Launch-Giganten dabei zu sein.

Der Kurs fällt am Freitag um 2,59 Prozent auf 22,60 Euro. Das allein klingt moderat. Der Blick auf den Monatschart zeigt das wahre Ausmaß: minus 47,93 Prozent. Allein am Tag des SpaceX-Listings verlor die Aktie rund neun Prozent.

Verdrängungseffekt trifft besonders Planet Labs

Der „Crowding Out“-Effekt erfasst mehrere Nebenwerte im Sektor. Auch Rocket Lab und Redwire leiden. Planet Labs aber trifft es härter als die meisten Wettbewerber. Kapital fließt aus etablierten Small- und Mid-Caps in den neuen Branchenriesen.

Dabei war das Jahr für den Satellitenbetreiber gar nicht schlecht gestartet. Seit Januar steht immer noch ein Plus von 29,77 Prozent in den Büchern. Das 52-Wochen-Hoch von 46,60 Euro aus Mai ist jedoch in weite Ferne gerückt. Der Abstand beträgt 51,50 Prozent.

Zahlen und technische Signale

Der Juni brachte gemischte Signale. Die Q1-Zahlen für das Fiskaljahr 2027 zeigten einen Umsatz, der die Analystenschätzungen um 4,89 Prozent übertraf. Der Gewinn aber verfehlte die Erwartungen um 12,36 Prozent. Die Profitabilität bleibt das große Thema.

Ende Juni durchbrach die Aktie dann die 50-Tage-Linie bei 32,35 Euro. Das löste technische Verkäufe aus. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt jetzt bei 31,5 Punkten. Das ist nah an der überverkauften Zone, aber noch nicht darunter.

Kein Wunder, dass die Volatilität explodiert. Auf annualisierter 30-Tage-Basis liegt sie bei 104,10 Prozent. Das ist extrem — selbst für einen Small-Cap im Technologiesektor.

Neue Partnerschaft und Satellitenflotte

Trotz des Kursdrucks arbeitet Planet Labs weiter an der Zukunft. Mitte Juni trat das Unternehmen als Gründungsmitglied der AIRS-Initiative bei. Gemeinsam mit Astroscale und Forschungseinrichtungen geht es um die Umweltauswirkungen von Satelliten-Wiedereintritten. Ein Thema, das langfristig an Bedeutung gewinnen dürfte.

Parallel dazu zeigen die ersten Bilder der neuen Pelican-Satelliten vielversprechende Ergebnisse. Die Konstellation soll höhere Wiederbesuchsraten und niedrigere Latenzzeiten liefern. Genau das, was Regierungs- und Verteidigungskunden verlangen.

Die Frage bleibt: Reicht das, um Kapital zurückzuholen, sobald der SpaceX-Hype abklingt? Der 52-Wochen-Tiefststand von 14,03 Euro ist noch 61 Prozent entfernt. Eine Stabilisierung wäre der erste Schritt. Die Kursentwicklung der nächsten Wochen wird zeigen, ob nach dem Ausverkauf wieder Käufer kommen.

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