Planet Labs PBC Aktie: Erste schwarze Zahlen
Planet Labs übertrifft im zweiten Geschäftsquartal 2027 die Erwartungen, erzielt erstmals Gewinn und hebt die Jahresziele trotz schwächerem Ausblick an.

- 116,1 Millionen Dollar Quartalsumsatz
- Erstmals bereinigter Gewinn je Aktie
- Verteidigungsgeschäft wächst um über 90 Prozent
- Jahresprognose auf 430 bis 441 Millionen angehoben
Ein Kurssturz und eine Kursrallye binnen 24 Stunden — bei Planet Labs prallten am Donnerstag zwei völlig gegensätzliche Reaktionen aufeinander. Erst schickten Anleger die Aktie im regulären Handel um 8,2 Prozent auf 18,35 Dollar nach unten. Über Nacht drehte die Stimmung, und im vorbörslichen Handel sprang das Papier auf über 20 Dollar.
Der Auslöser für beides waren dieselben Zahlen. Planet Labs meldete für das zweite Geschäftsquartal 2027 einen Rekordumsatz von 116,1 Millionen Dollar — ein Plus von 58 Prozent zum Vorjahr und rund 11 Prozent über den Analystenschätzungen. Erstmals seit dem Börsengang schrieb das Satellitenunternehmen mit einem bereinigten Gewinn von 0,02 Dollar je Aktie auch operativ schwarze Zahlen, nachdem der Markt einen Verlust erwartet hatte.
Verteidigungsgeschäft treibt das Wachstum
Der Motor hinter dem Sprung war das Geschäft mit Verteidigungs- und Geheimdienstkunden, das um mehr als 90 Prozent wuchs und den Löwenanteil des Wachstumsbeitrags lieferte. Die bereinigte EBITDA-Marge übertraf mit 13,9 Millionen Dollar die Erwartungen von etwa 2 bis 3,5 Millionen Dollar deutlich. Hinzu kam ein neuer siebenstelliger Einjahresvertrag mit einem nicht namentlich genannten europäischen Verteidigungskunden.
Die Kundenbindung bleibt hoch: Rund 94 Prozent des Geschäfts basiert auf Jahres- oder Mehrjahresverträgen, der Auftragsbestand wuchs um 11 Prozent auf 815,4 Millionen Dollar. Das Management sieht zudem eine Pipeline von 4 Milliarden Dollar im Satellitendienstgeschäft, von der rund 1 Milliarde Dollar als kurzfristig realisierbar gilt.
Warum die Aktie zunächst abstürzte
Die anfängliche negative Reaktion lag am Ausblick fürs dritte Quartal: Planet Labs rechnet dort nur mit 101 bis 105 Millionen Dollar Umsatz, deutlich unter den vom Markt erwarteten rund 118 Millionen Dollar. Grund ist eine Übergabe von Satellitendiensten, die im zweiten Quartal einmalige Umsätze beigesteuert hatte und im dritten Quartal fehlt. Zusätzlich rechnet das Unternehmen im laufenden Quartal wieder mit einem negativen bereinigten EBITDA.
Erst als der Markt die Tragweite der Gesamtzahlen verarbeitet hatte — Rekordumsatz, erste Profitabilität, angehobene Jahresprognose —, überwog die positive Lesart. Das Management erhöhte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2027 auf eine Spanne von 430 bis 441 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 40 bis 43 Prozent entspräche, und stellte erstmals ein positives bereinigtes EBITDA-Ziel für das Gesamtjahr in Aussicht.
Die Investitionen in die nächste Satellitengeneration — die Programme Pelican und Owl — kosten allerdings mehr als bisher geplant: Das Capex-Budget wurde auf 100 bis 115 Millionen Dollar angehoben.
Wie nachhaltig sich die Balance zwischen wachsenden Verteidigungsaufträgen und schwankenden Quartalsumsätzen aus dem Satellitengeschäft entwickelt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen — zunächst am Ausblick für das dritte Quartal, der bereits vorliegt und die Erwartungen für die Übergangsphase dämpft.
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