Planethic Aktie: 7,7 Prozent Minus auf 1,01 Euro
Nach dem Start des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung scheidet ein Vorstandsmitglied aus; die Planethic-Aktie fällt auf 1,01 Euro.

- Eigenverwaltung unter gerichtlicher Aufsicht
- Anja Brachmüller scheidet sofort aus
- Vorstand besteht nur noch aus Voigt
- Aktie fällt um 7,7 Prozent
Die Planethic Group AG steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem das Amtsgericht Potsdam bereits am 25. August das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet hat, verschärft sich nun auch die personelle Situation an der Unternehmensspitze.
Mit der Eröffnung des Verfahrens in Eigenverwaltung und dem gleichzeitigen Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds sieht sich das Unternehmen mit massiven strukturellen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert.
Gerichtliche Anordnung und operative Fortführung
Das Amtsgericht Potsdam ordnete die Eigenverwaltung nach den gesetzlichen Bestimmungen der Insolvenzordnung an. Laut Reuters erlangte das Unternehmen am 27. August Kenntnis über diesen formellen Schritt. Trotz des laufenden Verfahrens soll der Geschäftsbetrieb der Planethic Group AG vorerst fortgeführt werden. In der Struktur der Eigenverwaltung behält der Vorstand weiterhin bestimmte Entscheidungsbefugnisse, operiert jedoch unter der Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters.
Als Sachwalter wurde Prof. Dr. Torsten Martini von der Kanzlei GÖRG Insolvenzverwaltung bestellt. Seine Aufgabe ist es, das Verfahren im Sinne der Gläubiger zu überwachen.
Das Unternehmen wies in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wesentliche Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage sowie auf die Rechtsposition der Inhaber von Finanzinstrumenten hat.
Für Aktionäre besteht ein erhebliches Risiko: Die Ansprüche der Anteilseigner sind den übrigen Insolvenzforderungen nachrangig. Damit ist ein vollständiger Verlust des investierten Kapitals für die Anleger möglich.
Personelle Konsequenzen im Vorstand
Parallel zu den juristischen Entwicklungen vollzieht sich ein tiefgreifender Umbau in der Führungsebene. Am Montag vergangener Woche widerrief der Aufsichtsrat die Bestellung von Anja Brachmüller als Vorstandsmitglied mit sofortiger Wirkung. Medienberichten zufolge erfolgte dieser Schritt aus wichtigem Grund, was zudem zu einer außerordentlichen Kündigung ihres Anstellungsvertrags führte.
Nach diesem Ausscheiden besteht der Vorstand der Planethic Group AG aktuell nur noch aus Sascha Voigt. Der Aufsichtsrat hatte den entsprechenden Beschluss zum Widerruf bereits am 25. August gefasst, die finale Umsetzung der personellen Maßnahme erfolgte jedoch erst zum Monatsende.
Diese Verengung der Managementkapazitäten erfolgt in einer Phase, in der die verbliebene Führung unter der Aufsicht des Sachwalters die Sanierung oder Abwicklung des Unternehmens koordinieren muss.
Drastischer Wertverlust an der Börse
Die Nachricht über die Zahlungsunfähigkeit und die Führungskrise schlug sich unmittelbar im Aktienkurs nieder. Am heutigen Dienstag verzeichnete das Papier einen weiteren Rückgang von 7,7 Prozent. Damit notiert die Aktie bei einem Stand von 1,01 Euro und setzt ihren langfristigen Abwärtstrend unvermindert fort.
Der Blick auf die historische Entwicklung verdeutlicht die Schwere des Einbruchs. Heute vor genau einem Jahr, am 8. September 2025, markierte der Wert noch ein 52-Wochen-Hoch von 14,60 Euro. Seitdem hat das Unternehmen fast seinen gesamten Börsenwert eingebüßt.
Die aktuelle Marktkapitalisierung spiegelt die Skepsis der Anleger wider, ob im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung eine nennenswerte Masse für die Aktionäre gesichert werden kann. Angesichts der rechtlichen Nachrangigkeit der Aktien im Insolvenzfall bleibt die Lage für Investoren höchst riskant.
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