Planethic Aktie: 81-Prozent-Crash auf 0,44 Euro

Planethic Group beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung. Die Holding ist betroffen, operative Töchter arbeiten weiter. Aktionäre bangen um ihre Anteile.

Die Kernpunkte:
  • Insolvenzantrag für Holding gestellt
  • Operative Töchter bleiben unberührt
  • Aktie stürzt um 81 Prozent ab
  • Gläubigerversammlung abgesagt

Die Planethic Group AG zieht die Reißleine. Der Vorstand hat am 25. Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ein zentrales Detail beruhigt das operative Geschäft: Die Pleite betrifft ausschließlich die Holding. Tochtergesellschaften arbeiten normal weiter.

Der Weg der Eigenverwaltung

Das zuständige Amtsgericht in Berlin prüft nun den Antrag. Gibt der Richter grünes Licht, bleibt der Vorstand im Amt und führt die Geschäfte weiter. Ein gerichtlicher Sachwalter überwacht dabei die Sanierung. Die Gehälter der Beschäftigten sichert das staatliche Insolvenzgeld ab.

Die Wahl des Verfahrens sendet ein wichtiges Signal. Das Management verzichtet auf das harte StaRUG-Verfahren. Dieses Werkzeug hätte einen Kapitalschnitt auf null ermöglicht. Aktionäre hätten ihre Anteile ohne Hauptversammlung komplett verloren.

Die Eigenverwaltung zielt stattdessen auf einen Insolvenzplan ab. Das erfordert zwingend eine positive Fortführungsprognose. Die Folge: Ein Fünkchen Hoffnung bleibt. Dennoch stehen Eigenkapitalgeber im Insolvenzfall traditionell an letzter Stelle.

Anleihe-Gläubiger müssen warten

Parallel dazu strich das Unternehmen die geplante Gläubigerversammlung. Das Treffen war für den 21. Juli angesetzt und betraf eine millionenschwere Anleihe. Planethic konnte die Zinsen für das Papier zuletzt nicht mehr bedienen.

Das Management verhandelte bereits mit Anlegerschützern. Durch den Insolvenzantrag ändert sich die rechtliche Lage nun fundamental. Eine Abstimmung der Gläubiger ergibt unter diesen Umständen keinen Sinn mehr.

Achterbahnfahrt an der Börse

Die Börse reagierte extrem auf die Nachricht. Nach der Bekanntgabe stürzte das Papier um gut 81 Prozent auf ein Allzeittief von 0,44 Euro ab. Danach griffen spekulative Käufer zu und trieben den Kurs wieder nach oben.

Zum Handelsschluss stand die Aktie bei 1,65 Euro. Der langfristige Trend zeigt das ganze Ausmaß der Krise. Noch vor einem Jahr kostete ein Anteilsschein knapp 20 Euro. Ein gerichtlich bestätigter Insolvenzplan muss nun abschließend klären, ob Aktionäre künftig überhaupt noch am Unternehmen beteiligt bleiben.

Anzeige

Planethic-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Planethic-Analyse vom 29. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Planethic-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Planethic-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Planethic: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Planethic