Plug Power Aktie: 100-MW-Projekt Antwerpen komplett gestrichen

Plug Power nimmt Anlagen in Dänemark und Australien voran, beendet Antwerpen und richtet die Strategie stärker auf Wirtschaftlichkeit aus.

Die Kernpunkte:
  • Dänische Anlage produziert bereits Wasserstoff
  • Australien erhält 50-MW-Elektrolyseure
  • Antwerpen-Projekt für 13,6 Millionen abgeschrieben
  • Aktie erholt sich 57 Prozent

Plug Power schreibt derzeit ein zweischneidiges Kapitel seiner internationalen Wasserstoff-Strategie. Während der Konzern in Dänemark und Australien neue Anlagen in Betrieb nimmt oder ausliefert, hat er zugleich ein größeres Projekt in Belgien komplett aufgegeben. Für Anleger zeigt das, wie selektiv das Unternehmen inzwischen mit seinem Projektportfolio umgeht.

Dänemark liefert bereits Wasserstoff, Australien folgt

Am Standort Måde in Esbjerg hat Plug Power einen 5-MW-GenEco-PEM-Elektrolyseur installiert, in Betrieb genommen und übergeben. Die Anlage produziert dort bereits Wasserstoff und soll bei voller Auslastung rund 550 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr liefern. Das Projekt trägt die Zertifizierung als Renewable Fuel of Non Biological Origin nach dem ISCC-Schema – ein Gütesiegel, das für den Absatz in regulierten europäischen Märkten relevant ist.

Parallel dazu beliefert Plug Power den Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien mit GenEco-PEM-Elektrolyseuren. Das 50-MW-Projekt hat die finale Investitionsentscheidung bereits erreicht und soll im Vollbetrieb etwa 4.700 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff jährlich erzeugen – fast neunmal so viel wie die dänische Anlage. Für Plug Power sind solche Lieferungen an Drittprojekte ein Baustein, um das Elektrolyseur-Geschäft über die eigene Bilanz hinaus zu skalieren.

Antwerpen fällt komplett weg

Dem stehen jedoch Rückschritte gegenüber. Plug Power hat sein geplantes 100-MW-Elektrolyseur-Projekt am Hafen von Antwerpen in Belgien gestrichen und dafür 13,6 Millionen Euro an zugehörigen Vermögenswerten abgeschrieben. Das Projekt wäre deutlich größer gewesen als die Anlagen in Dänemark und Australien zusammen.

Die Streichung passt zu einem Muster, das sich bei Plug Power seit einiger Zeit beobachten lässt: Der Konzern konzentriert Kapital zunehmend auf Projekte mit klarerer Wirtschaftlichkeit und lässt weniger tragfähige Vorhaben fallen, statt sie um jeden Preis fortzuführen.

Diese Selektion fügt sich in die im Sommer angehobene Jahresprognose ein. Plug Power hatte sein Umsatzwachstumsziel für 2026 auf 15 bis 16 Prozent angehoben und peilt für das vierte Quartal ein positives EBITDAS an – ein Meilenstein, den der Markt seit Monaten als Beweis für operative Disziplin einfordert.

Vor rund einem Monat hatte das Unternehmen zudem einen Quartalsumsatz von 178,3 Millionen Dollar gemeldet, oberhalb der Erwartungen von 169,11 Millionen Dollar, bei einem bereinigten Verlust je Aktie von 0,07 Dollar. Seither hat sich der Kurs um 5,8 Prozent erholt.

Was das für die Aktie bedeutet

An der Börse notierte Plug Power am Montag bei 1,89 Euro und damit 2,6 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,94 Euro – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Nachrichtenlage den Kurs bislang nicht nachhaltig antreibt.

Zum 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro aus dem Oktober vergangenen Jahres fehlen der Aktie weiterhin 53 Prozent, während sie sich vom Jahrestief bei 1,20 Euro bereits um 57 Prozent erholt hat.

Die Streichung des Antwerpen-Projekts belastet kurzfristig die Bilanz, signalisiert aber auch, dass Plug Power bereit ist, unrentable Wetten frühzeitig zu beenden. Ob Investoren dies als Stärke oder als weiteres Zeichen strategischer Unsicherheit werten, dürfte sich erst zeigen, wenn die Anlagen in Dänemark und Australien belastbare Umsatzbeiträge liefern.

Am 10. September präsentiert das Unternehmen auf der Jefferies Renewables, Clean Energy Conference – ein Termin, der zusätzliche Details zur weiteren Projektpipeline liefern könnte.

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