Plug Power Aktie: 132,5 Millionen aus Gateway-Verkauf bis 30. Juni
Plug Power installiert erfolgreich Elektrolyseur in Dänemark, doch der Aktienkurs fällt weiter. Der anstehende Gateway-Deal rückt in den Fokus.

- 5-MW-Elektrolyseur in Dänemark in Betrieb
- Aktie verliert fast zehn Prozent in einer Woche
- Gateway-Verkauf soll Liquidität von 132 Mio. Dollar bringen
- Umsatzplus von 22 Prozent im ersten Quartal
Grüner Wasserstoff läuft in Dänemark. Die Aktie läuft trotzdem nach unten. Dieser Widerspruch prägt die Plug-Power-Geschichte dieser Woche.
Das Unternehmen hat an der Måde Power-to-X-Anlage im dänischen Esbjerg einen 5-MW-Elektrolyseur erfolgreich installiert, in Betrieb genommen und an den Betreiber European Energy übergeben. Die Anlage soll jährlich rund 550 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Das System trägt eine RFNBO-Zertifizierung nach dem ISCC-Standard — ein Qualitätsmerkmal, das für europäische Förderprogramme zunehmend relevant ist.
CEO José Luis Crespo betonte, das Projekt zeige einen Wandel: weg von Einzelprojekten, hin zu wiederholbarer Projektabwicklung. Weltweit sind nach Unternehmensangaben inzwischen mehr als 70 GenEco-Elektrolyseure auf sechs Kontinenten in Betrieb.
Kurs bricht trotz Projektfortschritt ein
Die guten Nachrichten aus Dänemark kamen am Markt nicht an. Die Aktie schloss den Freitag bei 2,23 Euro — ein Wochenverlust von fast zehn Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,72 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde, fehlen inzwischen fast 40 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt von 2,81 Euro liegt deutlich über dem aktuellen Kurs.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Auf Jahressicht hat die Aktie ihren Wert mehr als verdoppelt — das 52-Wochen-Tief lag noch vor einem Jahr bei 0,99 Euro. Doch die jüngste Korrektur macht einen Großteil der Erholung zunichte.
Gateway-Deal als Liquiditätsanker
Das eigentliche Thema der kommenden Tage ist ein anderes. Plug Power erwartet aus dem Verkauf des Project-Gateway-Geländes in New York an Stream Data Centers Bruttoerlöse von mindestens 132,5 Millionen Dollar, unter bestimmten Bedingungen bis zu 142 Millionen Dollar. Der Vertrag läuft am 30. Juni 2026 aus — also in wenigen Tagen.
Dieser Deal ist der erste Schritt eines 275-Millionen-Dollar-Plans zur Optimierung der Infrastruktur. Plug will damit Liquidität sichern und sich auf das Kerngeschäft mit Wasserstoff konzentrieren. Ob die Transaktion fristgerecht abgeschlossen wird, dürfte die Kursentwicklung kurzfristig stärker beeinflussen als jeder Elektrolyseur-Meilenstein.
Zahlen zeigen Fortschritt, aber noch keine Profitabilität
Im ersten Quartal 2026 erzielte Plug Power einen Umsatz von 163,5 Millionen Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die GAAP-Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf minus 13 Prozent, nach minus 55 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Verlust je Aktie sank auf 0,08 Dollar.
Das Unternehmen hält an seinem Ziel fest, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDAS zu erreichen. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit 15 Prozent Umsatzwachstum, im Folgejahr mit 18 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel von 20 Analysten impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau — bei einem Konsensrating von „Halten“.
Der RSI liegt bei 33,3 und signalisiert damit überverkauftes Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 77 Prozent unterstreicht, wie viel Risiko in diesem Titel steckt. Ob der Gateway-Abschluss bis Montag gelingt, wird die erste harte Antwort auf die Frage liefern, wie belastbar die Turnaround-Geschichte wirklich ist.
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