Plug Power Aktie: 142 Millionen bis 30. Juni
Plug Power navigiert durch Konferenz, Hauptversammlung und Immobilienverkauf. Analysten bewerten die Fortschritte beim Turnaround unterschiedlich.

- RBC-Konferenz und Hauptversammlung im Juni
- Immobilienverkauf mit Frist bis 30. Juni
- Elektrolyseur-Umsatz steigt um 343 Prozent
- Analysten uneins über Aktienbewertung
Ein Kursanstieg von fast 100 Prozent in drei Monaten — und jetzt kommt der eigentliche Test. Plug Power steht im Juni vor einem dichten Kalender aus Investorenkonferenz, Aktionärsabstimmung und einem Immobilienverkauf mit harter Frist. Wie das Unternehmen diese Woche navigiert, dürfte das Bild für den Rest des Jahres prägen.
Starker Lauf, kurze Verschnaufpause
Am Montag pendelte die Aktie zwischen 3,85 und 4,17 Dollar und schloss bei 3,94 Dollar — rund 5,5 Prozent unter dem Tageshoch. Das Handelsvolumen lag mit 68 Millionen Aktien unter dem Tagesdurchschnitt von knapp 86 Millionen.
Der Rücksetzer folgt auf eine bemerkenswerte Rally. Seit Anfang März hat die Aktie fast 98 Prozent zugelegt. Treiber war vor allem der Quartalsbericht für Q1: Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Die GAAP-Bruttomarge verbesserte sich von minus 55 auf minus 13 Prozent — ein Fortschritt, den CFO Paul Middleton als „Wendepunkt“ bezeichnet.
Für das Gesamtjahr erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent. Die zweite Jahreshälfte soll rund 60 Prozent des Jahresumsatzes liefern.
Konferenz, Abstimmung, Deadline
Den Auftakt macht am Dienstag die RBC Capital Markets Global Energy, Power & Infrastructure Conference in Manhattan. CFO Middleton und Investor-Relations-Chef Roberto Friedlander sprechen dort bis zum 3. Juni.
Am 11. Juni folgt die Hauptversammlung — virtuell, ab 10 Uhr Eastern Time. Neben der Wahl von vier Aufsichtsratsmitgliedern steht ein Antrag zur Erweiterung des Aktienoptionsprogramms auf der Agenda. Das Unternehmen will den reservierten Aktienpool von 91,4 auf 116,4 Millionen Anteile erhöhen. Das entspricht einer Verwässerung von rund 27 Prozent des bisherigen Pools.
Die dritte Frist ist finanziell die bedeutendste. Plug Power verkauft eine Immobilie in New York. Der Erlös liegt je nach Abschlusszeitpunkt zwischen 132,5 und 142 Millionen Dollar — Closing muss bis spätestens 30. Juni erfolgen. Der Deal ist Teil eines Programms, das insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquidität freisetzen soll.
Elektrolyseure als Wachstumsmotor
Operativ läuft das Europageschäft. Plug Power schließt gerade ein 25-Megawatt-Projekt mit Iberdrola und BP in Spanien ab. In Portugal installiert das Unternehmen eine 100-Megawatt-Anlage mit Galp — eines der größten PEM-Elektrolyseur-Projekte Europas. Der Elektrolyseur-Umsatz sprang in Q1 um 343 Prozent auf 40,8 Millionen Dollar. Global hat Plug Power mehr als 320 Megawatt Elektrolyseur-Kapazität im Einsatz und eine Projektpipeline von über 8 Milliarden Dollar.
Analysten uneins
Wall Street ist gespalten. Von 22 Analysten vergeben fünf ein „Strong Buy“, 14 ein „Hold“ und drei ein „Strong Sell“. Der Konsenspreis liegt unter dem aktuellen Kurs.
B. Riley hob das Kursziel von 3 auf 5 Dollar an und bestätigte „Buy“. BMO Capital bleibt bei „Underperform“, erhöhte das Ziel aber von 1 auf 1,20 Dollar. Die Begründung: Der Cash-Verbrauch im ersten Quartal war höher als erwartet, und der frei verfügbare Kassenbestand von 223 Millionen Dollar lässt wenig Spielraum.
Oppenheimer sieht nach Q1 „bedeutende Fortschritte“ beim Turnaround — insbesondere bei der Kostenkontrolle — und erwartet Liquiditätszuflüsse aus Assetverkäufen in Q2 und Q3.
Das Management hält an seinen Zielen fest: positives EBITDAS bis Ende 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027, vollständige Profitabilität bis Ende 2028. Ob der Immobilienverkauf bis 30. Juni gelingt, wird der erste Gradmesser sein.
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