Plug Power Aktie: 25 Millionen mehr Optionen

Plug Power kämpft mit Verwässerungsängsten vor Hauptversammlung. Der geplante Standortverkauf in New York wird zum entscheidenden Liquiditätstest für das Unternehmen.

Die Kernpunkte:
  • Aktienoptionsplan sorgt für Verwässerungssorgen
  • Gateway-Verkauf soll Liquidität stärken
  • Operatives Geschäft zeigt Fortschritte
  • Kurs trotz Jahresplus unter Druck

Plug Power kommt operativ voran, die Aktie gerät trotzdem unter Druck. Der Markt schaut weniger auf das bessere Quartal als auf zwei Termine im Juni: die Hauptversammlung und den geplanten Verkauf eines Standorts in New York. Genau dort entscheidet sich, wie belastbar die Erholung wirklich ist.

Am Freitag schloss die Aktie bei 2,80 Euro, ein Minus von 9,90 Prozent. Auf Sicht von sieben Handelstagen summiert sich der Rückgang auf 17,71 Prozent.

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Hauptversammlung bringt Verwässerungsrisiko

Im Zentrum steht die Hauptversammlung am 11. Juni. Dort stimmen Aktionäre über eine Ausweitung des Aktienoptionsplans ab. Der Pool soll um 25 Millionen Aktien steigen.

Konkret würde die Zahl reservierter Aktien von 91,4 Millionen auf 116,4 Millionen zulegen. Das Management begründet den Schritt mit Mitarbeiterbindung und langfristigen Anreizen. Am Markt zählt kurzfristig vor allem der mögliche Verwässerungseffekt.

Hinzu kommt ein Wechsel im Verwaltungsrat. Kavita Mahtani verlässt das Board mit Wirkung zum 11. Juni, also am Tag der Hauptversammlung. Sie sitzt bisher im Prüfungsausschuss sowie im Strategie- und Finanzierungsausschuss.

Das Unternehmen betont, der Rückzug hänge mit einer neuen Führungsrolle bei Wells Fargo zusammen und nicht mit Meinungsverschiedenheiten über Geschäft, Strategie oder Praktiken. Der Zeitpunkt bleibt dennoch ungünstig. Kein Wunder, dass die Nervosität steigt.

Gateway-Verkauf wird zum Liquiditätstest

Der zweite wichtige Termin folgt Ende Juni. Plug Power will den Project-Gateway-Standort in New York an Stream Data Centers verkaufen. Der Deal umfasst Grundstücke, Infrastruktur und ausgewählte Umspannwerksanlagen.

Der Abschluss soll bis zum 30. Juni erfolgen. Plug Power rechnet mit Bruttoerlösen zwischen 132,5 und 142 Millionen Dollar. Für die Bilanz wäre das mehr als ein Nebenposten.

Ende März meldete das Unternehmen zwar mehr als 802 Millionen Dollar Gesamtliquidität. Frei verfügbar waren davon aber nur 223 Millionen Dollar. Der größere Teil ist gebunden und soll schrittweise freigesetzt werden.

CEO Jose Luis Crespo hält am Ziel fest, im vierten Quartal ein positives EBITDAS zu erreichen. Ein pünktlicher Gateway-Verkauf würde diesen Pfad deutlich stützen. Scheitert der Abschluss oder verzögert er sich, rücken Cashburn und zusätzlicher Kapitalbedarf wieder stärker in den Vordergrund.

Operativ gibt es Fortschritte

Die Kursverluste überdecken, dass das operative Geschäft zuletzt besser lief. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Wachstum kam aus dem Material-Handling-Geschäft und aus dem Elektrolyseur-Segment.

Auch die Bruttomarge verbesserte sich klar. Sie lag nach GAAP bei minus 13 Prozent, nach minus 55 Prozent im Vorjahr. Das zeigt: Plug Power reduziert zumindest einen Teil der strukturellen Belastungen.

Besonders stark entwickelte sich der Bereich Elektrolyseure. Der Umsatz kletterte von 9,2 Millionen Dollar auf 40,8 Millionen Dollar, getrieben von größeren Projekten in Inbetriebnahme und Umsetzung. Die Servicekosten je Einheit sanken um mehr als 30 Prozent.

Finanzchef Paul Middleton sagte in der Telefonkonferenz, Plug Power habe „mehr als ausreichend Kapital, um 2026 zu finanzieren“. Er verwies auf Barmittel, operative Verbesserungen, Verkäufe von Vermögenswerten und geringere Investitionsausgaben.

Starker Trend, harte Korrektur

Trotz der jüngsten Schwäche ist das Chartbild nicht vollständig gekippt. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch 47,27 Prozent im Plus. Auf Zwölf-Monats-Sicht beträgt der Zuwachs 266,58 Prozent.

Der Rückschlag kam nach einem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro Anfang Juni. Der Kurs liegt weiter über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,74 Euro, aber die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 101,79 Prozent zeigt, wie aggressiv die Aktie schwankt.

Die Analysten bleiben im Schnitt vorsichtig. Auf Basis von 25 Einschätzungen lautet der Konsens „Hold“. Das passt zur Lage: operative Verbesserungen sind sichtbar, die Bilanzthemen sind aber nicht erledigt.

Bis Ende Juni stehen bei Plug Power zwei konkrete Prüfsteine an: das Votum zum Aktienoptionsplan und der Abschluss des Gateway-Verkaufs. Gelingt beides ohne neue Belastung für die Finanzierung, behält die Erholungsstory Substanz. Verzögerungen oder zusätzliche Verwässerungssorgen würden den jüngsten Ausverkauf dagegen schnell wieder zum Thema machen.

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