Plug Power Aktie: 275 Millionen Dollar aus Immobiliendeals

Plug Power erwartet durch zwei Datacenter-Deals über 275 Millionen Dollar Liquidität. Analysten bleiben trotzdem skeptisch.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Deals mit Stream US Data Centers
  • Über 275 Millionen Dollar Liquiditätseffekt
  • 50-Megawatt-Auftrag aus Australien
  • Analysten zeigen sich weiterhin vorsichtig

Plug Power hat binnen weniger Wochen zwei größere Immobilientransaktionen mit dem Rechenzentrumsbetreiber Stream US Data Centers abgeschlossen oder neu geordnet. Der Wasserstoffkonzern will damit seine angespannte Liquiditätslage entschärfen, bevor am 10. August die Zahlen zum zweiten Quartal anstehen. Der Aktienkurs zeigt sich davon bislang wenig beeindruckt: Am Donnerstag schloss das Papier bei 1,79 Euro, ein Minus von 1,10 Prozent. Damit liegt der Kurs gut ein Fünftel unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Zwei Deals, mehr als 275 Millionen Dollar Liquiditätseffekt

Am 13. Juli meldete Plug Power den Verkauf des Projekts in Graham, Texas, an Stream US Data Centers für bis zu 76,5 Millionen Dollar. 50 Millionen Dollar davon fließen zum Closing, die restlichen bis zu 26,5 Millionen Dollar hängen von der im finalen Netzanschlussvertrag mit dem texanischen Versorger bestätigten Lastkapazität ab. Der Abschluss war für Ende Juli vorgesehen; die Transaktion soll zudem rund 14 Millionen Dollar an Cash-Sicherheiten freisetzen.

Parallel dazu hat das Unternehmen den Verkauf seines New-York-Gateway-Projekts an denselben Käufer neu strukturiert. Statt eines einzigen Abschlusses ist nun ein gestaffeltes Closing vorgesehen, der Gesamtkaufpreis wurde auf 142 Millionen Dollar fixiert. Die Frist für die Übertragung der Nicht-Grundstücksanlagen verlängerte sich bis Ende März 2027. Plug Power behält bis zum zweiten Closing das Eigentum an Umspannwerk und Netzanschlussanlagen sowie ein Rückkaufsrecht auf das Grundstück.

Nach eigenen Angaben sollen beide Transaktionen zusammen einen Liquiditätseffekt von mehr als 275 Millionen Dollar bringen – durch die Vermögensmonetarisierung selbst, die Freigabe gebundener Barmittel und geringere Instandhaltungskosten. Allein aus dem ersten New-York-Closing und der Texas-Transaktion erwartet Plug Power kurzfristig mehr als 80 Millionen Dollar an zusätzlicher Liquidität. Für einen Konzern, der seit Jahren mit hohem Cash-Verbrauch kämpft, wäre das ein spürbarer Effekt. Zugleich lotet Plug Power mit Stream US Data Centers weitere Möglichkeiten aus, eigene Produkte in der Rechenzentrumsbranche zu platzieren – ein Feld, das angesichts des Strombedarfs von Datacentern zunehmend als Absatzmarkt für Wasserstoff- und Energieinfrastruktur gilt.

Auftrag aus Australien stützt das operative Geschäft

Neben den Immobiliendeals kann Plug Power auch operativ punkten. Am 7. Juli sicherte sich der Konzern einen Auftrag über 50-Megawatt-Elektrolyseure für den Hunter Valley Hub des Bergbau- und Sprengstoffkonzerns Orica in Australien. Die GenEco-PEM-Elektrolyseure sollen dort Australiens größtes Projekt für grünen Wasserstoff mit Strom versorgen. Das Vorhaben ist laut Unternehmensangaben der erste Empfänger der staatlichen Hydrogen-Headstart-Förderung, der die finale Investitionsentscheidung erreicht hat.

Analysten mit unterschiedlichem Blick

Anfang Juli bewegten sich zwei Analysehäuser in gegenläufige Richtungen. Susquehanna senkte am 10. Juli das Kursziel für Plug Power von 3,75 auf 2,50 Dollar und beließ die Einstufung bei Neutral. Einen Tag zuvor hatte Morgan Stanley sein Kursziel dagegen leicht von 1,50 auf 1,65 Dollar angehoben, die Einstufung Underweight aber bestätigt. Beide Bewegungen fielen damit deutlich niedriger aus als der jüngste Schlusskurs an der Nasdaq zeigte – ein Hinweis darauf, dass die Wall Street trotz der Liquiditätsmaßnahmen skeptisch bleibt.

Blick auf den Kurs vor den Zahlen

Die Aktie notiert derzeit gut 55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro vom Oktober vergangenen Jahres, hat sich seit dem Jahrestief im September aber deutlich erholt. Die für den 10. August angesetzte Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen dürfte zeigen, ob die milliardenschweren Datacenter-Deals und der Auftrag aus Australien ausreichen, um den Cash-Abfluss spürbar zu bremsen. Anleger dürften vor allem auf konkrete Zahlen zum Liquiditätsbestand und zur Entwicklung des operativen Geschäfts achten.

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