Plug Power Aktie: 5-Megawatt-System in Esbjerg in Betrieb

Plug Power startet kommerzielle Power-to-X-Anlage in Dänemark, doch Analysten warten weiterhin auf den Weg in die Profitabilität.

Die Kernpunkte:
  • Erste kommerzielle Power-to-X-Anlage in Betrieb
  • Jährlich 550 Tonnen grüner Wasserstoff produziert
  • Analysten halten sich mit Kaufempfehlungen zurück
  • Bruttomarge verbessert, bleibt aber negativ

Plug Power hat in Dänemark einen seiner ersten kommerziellen Power-to-X-Standorte in Betrieb genommen. Operativ läuft es besser als noch vor einem Jahr. Die Frage, wann das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt, bleibt jedoch offen — und genau das hält die Analysten zurück.

Grüner Wasserstoff aus Esbjerg

Am 24. Juni 2026 übergab Plug Power das 5-Megawatt-GenEco-PEM-Elektrolyseur-System an die Anlage Måde Power-to-X in Esbjerg. Betreiber ist European Energy. Die Anlage produziert nun aktiv grünen Wasserstoff — rund 550 Tonnen pro Jahr, zertifiziert als erneuerbarer Kraftstoff nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO) nach ISCC-Standard.

Das entspricht etwa 1.500 Lkw-Ladungen jährlich. Die vollständig containerisierte Bauweise verkürzte die Inbetriebnahme. Außerdem öffnet die RFNBO-Zertifizierung den Zugang zur regulierten EU-Lieferkette für grüne Kraftstoffe — relevant für Industrie- und Schwertransportkunden.

CEO José Luis Crespo sprach von einem Wandel „von einmaligen Projekten hin zu wiederholbarer Ausführung“. Mit mehr als 70 GenEco-Systemen auf sechs Kontinenten will Plug die Erfahrungskurve nutzen, um Lieferzeiten zu senken und die Leistung je Anlage zu verbessern.

Analysten bleiben vorsichtig

Operativer Fortschritt ist eine Sache. Finanzielle Realität eine andere. Wells Fargo bestätigte am 28. Juni sein Hold-Rating mit einem Kursziel von 2,50 Dollar. KeyBanc hatte bereits im Mai ebenfalls auf Hold gesetzt. Lediglich Craig-Hallum hält an einem Kaufvotum fest.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt in den Zahlen. Die GAAP-Bruttomarge lag im ersten Quartal 2026 bei minus 13 Prozent — eine deutliche Verbesserung gegenüber minus 55 Prozent im Vorjahreszeitraum, aber weiterhin negativ. Der Nettoverlust belief sich auf 245 Millionen Dollar.

Profitabilität als Versprechen

Das Management hält an seinem Zeitplan fest. Positives EBITDAS soll bis Ende 2026 erreicht werden, positives operatives Ergebnis bis 2027, Gesamtprofitabilität bis 2028. Crespo bekräftigte diese Ziele auf der Hauptversammlung im Juni.

Liquide Mittel sind vorhanden. Plug verfügt über rund 802 Millionen Dollar Gesamtliquidität, davon 223 Millionen Dollar frei verfügbar. Hinzu kommen erwartete Erlöse von mehr als 275 Millionen Dollar aus der Monetarisierung von Wasserstoff-Assets im Laufe des Jahres.

Die Aktie notiert bei 2,38 Euro — seit Jahresbeginn ein Plus von rund 26 Prozent, gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 1,17 Euro sogar eine Verdopplung. Vom Jahreshoch bei 3,72 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde, fehlen allerdings noch gut 36 Prozent.

Die Q2-Zahlen werden voraussichtlich im August veröffentlicht. Sie werden zeigen, ob die Bruttomarge weiter in Richtung null wandert — und ob Plug den Weg zur Profitabilität tatsächlich im angekündigten Tempo geht.

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