Plug Power Aktie: 50-Megawatt-Auftrag von Orica in Australien

Plug Power sichert sich über 275 Millionen Dollar Liquidität durch Datacenter-Vereinbarungen und einen Elektrolyseur-Auftrag aus Australien, die Aktie reagiert jedoch verhalten.

Die Kernpunkte:
  • Liquiditätsverbesserung von über 275 Millionen Dollar
  • Verkauf von Projekten an Stream US Data Centers
  • 50-Megawatt-Auftrag für PEM-Elektrolyseur in Australien
  • Aktie bleibt trotz Fortschritten unter Druck

Plug Power hat in den vergangenen Wochen gleich zwei operative Fortschritte vermeldet, die dem unter Druck stehenden Wasserstoffkonzern mehr finanziellen Spielraum verschaffen sollen. Zum einen hat das Unternehmen mit Stream US Data Centers zwei Vereinbarungen geschlossen, die nach eigenen Angaben mehr als 275 Millionen US-Dollar an Liquiditätsverbesserung bringen. Zum anderen sicherte sich Plug Power einen 50-Megawatt-Auftrag für ein Elektrolyseur-Projekt in Australien. Die Aktie honoriert die Nachrichten bislang jedoch kaum.

Neue Liquidität durch Datacenter-Verkäufe

Kern der Stream-Vereinbarungen ist der Verkauf des Projekts in Graham, Texas, das Grundstück und eine 164-Megawatt-Netzanbindung umfasst. Der Deal soll Plug Power bis zu 76,5 Millionen US-Dollar einbringen, davon 50 Millionen Dollar sofort. Hinzu kommt eine Anpassung des Gateway-Projekts im Bundesstaat New York, durch die ein Treuhandkonto von 6,5 Millionen Dollar freigegeben wird sowie weitere 10 Millionen Dollar fließen. In Summe soll die unmittelbare Liquiditätswirkung mehr als 80 Millionen US-Dollar betragen. Zum Ende des ersten Quartals verfügte Plug Power über 223 Millionen Dollar an frei verfügbaren sowie 579 Millionen Dollar an gebundenen Mitteln – die neuen Erlöse sollen diese Basis verbreitern.

Parallel dazu wird berichtet, dass Plug Power ein weiteres Gelände samt Umspannwerk-Infrastruktur für mindestens 132,5 Millionen US-Dollar an einen Rechenzentrumsentwickler verkauft hat. Der Hintergrund: New York hat ein einjähriges Moratorium für neue Rechenzentrumsprojekte ab 50 Megawatt verhängt, nachdem der US-Stromverbrauch von Rechenzentren 2025 um ein Viertel auf rund 64,4 Gigawatt gestiegen war. Für Energieversorger wie Constellation Energy, Vistra und NextEra Energy gilt die Situation als Vorteil, weil verfügbare Kapazitäten knapper werden. Plug Power selbst profitiert eher indirekt, indem es Grundstücke mit vorhandener Netzinfrastruktur an Entwickler veräußert.

Auftrag in Australien stärkt Elektrolyseur-Geschäft

Im Kerngeschäft meldete Plug Power zudem einen 50-Megawatt-Auftrag für ein PEM-Elektrolyseur-Projekt auf Kooragang Island in Australien. Kunde ist der Sprengstoff- und Chemiekonzern Orica, der mit der Anlage nach Unternehmensangaben rund 7,5 Prozent seines Erdgasverbrauchs am Standort ersetzen will. Plug Power hat nach eigenen Angaben weltweit bereits rund 320 Megawatt an GenEco-Elektrolyseursystemen installiert. Der Auftrag reiht sich damit in eine wachsende Zahl industrieller Wasserstoffprojekte ein, auch wenn er im Vergleich zur Bilanzsumme des Konzerns überschaubar bleibt.

Kritisch bleibt für viele Beobachter die Kapitalstruktur: Die Zahl der ausstehenden Aktien ist über die vergangenen fünf Jahre um rund 700 Prozent gestiegen, allein in den zurückliegenden zwölf Monaten kam es zu einer Verwässerung von etwa 20 Prozent. Analysten bewerten die Aktie im Konsens mit „Hold“, das mittlere Kursziel liegt bei 3,54 US-Dollar.

Aktie unter Druck trotz operativer Fortschritte

An der Börse hat sich die Stimmung dennoch kaum aufgehellt. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 1,88 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier jedoch mehr als 18 Prozent verloren und liegt damit rund die Hälfte unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Der Relative-Stärke-Index von 28 signalisiert eine überverkaufte Lage, was in der Vergangenheit gelegentlich zu technischen Gegenbewegungen geführt hat.

Die jüngsten Liquiditätsmaßnahmen zeigen, dass Plug Power weiterhin auf Anlagenverkäufe angewiesen ist, um seine Kapitaldecke zu stärken, während das operative Geschäft mit Einzelaufträgen wie dem in Australien nur langsam Substanz gewinnt. Ob die Kombination aus frischer Liquidität und neuen Aufträgen reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt angesichts der anhaltenden Kursschwäche und der hohen Volatilität von gut 50 Prozent auf Jahresbasis vorerst offen.

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