Plug Power Aktie: DOE kündigt Kreditgarantie

Das US-Energieministerium beendet die Kreditgarantie für Plug Power. Der Wasserstoffkonzern muss nun teurere Finanzierungswege prüfen, während die Aktie fällt.

Die Kernpunkte:
  • US-Regierung kündigt Kreditgarantie
  • Plug Power sucht neue Finanzierungsquellen
  • Umsatz steigt, Aktie verliert dennoch
  • Analysten uneins über Zukunft

Die US-Regierung hat Plug Power eine wichtige Finanzierungsquelle entzogen. Wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung offenlegte, kündigte das US-Energieministerium (DOE) am 4. August die Kreditgarantie-Vereinbarung mit dem Wasserstoffkonzern.

Grund: Die erste Kreditauszahlung war nicht innerhalb der vereinbarten Frist erfolgt. Die Nachricht wiegt schwer, denn sie betrifft eine der günstigsten verfügbaren Kapitalquellen für künftige Projekte.

Der Wegfall der Garantie zwingt Plug Power potenziell dazu, auf teurere oder verwässernde Finanzierungsalternativen auszuweichen. Für ein Unternehmen, das ohnehin auf externes Kapital angewiesen ist, um seine Wasserstoff- und Elektrolyseur-Projekte voranzutreiben, ist das ein empfindlicher Rückschlag. Die Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 1,91 Euro und verliert 2,8 Prozent – nachdem sie bereits am Montag bei 1,97 Euro geschlossen hatte.

Bilanz zwischen Fortschritt und neuen Risiken

Die Kapitalmarktreaktion fällt in eine Phase, in der Plug Power operativ zuletzt durchaus Fortschritte zeigte. Am vergangenen Donnerstag hatte das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 178 Millionen Dollar gemeldet, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Wall Street.

Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf nahezu die Nulllinie (minus 0,9 Prozent), nach minus 30,7 Prozent im Vorjahresquartal. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,07 Dollar und damit besser als die erwarteten 0,08 Dollar.

Seit der Zahlenvorlage hat die Aktie dennoch um 4,0 Prozent nachgegeben – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Finanzierungsfrage stärker gewichten als die operative Verbesserung.

Die Materialhandling-Sparte lieferte mit mehr als verdoppelten Auslieferungen von GenDrive-Einheiten und einem Servicewachstum von 82 Prozent zwar positive Signale. Das Unternehmen hob zudem seine Umsatzprognose für 2026 von zuvor 13 bis 15 Prozent auf 15 bis 16 Prozent an.

Parallel dazu treibt Plug Power sein Liquiditätsprogramm voran: Aus dem Verkauf des Graham-Projekts in Texas und der gestaffelten Übergabe des New-York-Gateway-Projekts sollen rund 80 Millionen Dollar an kurzfristiger Liquidität fließen. Von diesem Ziel sind bislang etwa 52 Millionen Dollar eingegangen, eingebettet in ein größeres Programm zur Vermögensmonetarisierung mit einem Zielvolumen von 275 Millionen Dollar.

Analysten uneins über die Bewertung

Die Reaktionen der Analysten auf die Quartalszahlen fielen gespalten aus. Roth Capital hob am 12. August das Kursziel deutlich von 3,50 auf 5 Dollar an und signalisierte damit Vertrauen in die operative Wende. Wolfe Research und Oppenheimer bestätigten am selben Tag jeweils ihre Hold-Einstufung und blieben damit vorsichtiger.

Ausblick für Anleger

Die Aktie bewegt sich derzeit unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 2,08 Euro und auch unterhalb der 200-Tage-Linie von 2,14 Euro, was auf eine angeschlagene mittelfristige Kurstendenz hindeutet. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro aus dem Oktober liegt der Kurs mehr als die Hälfte niedriger.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: operative Fortschritte bei Marge und Umsatz stehen einem strukturellen Risiko in der Finanzierungsarchitektur gegenüber, das durch den Verlust der DOE-Garantie neu entstanden ist.

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